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Original
1. Arie (Bass)
Ach! ich sehe,
itzt, da ich zur Hochzeit gehe,
Wohl und Wehe.
Seelengift und Lebensbrot,
Himmel, Hölle, Leben, Tod,
Himmelsglanz und Höllenflammen
sind beisammen.
Jesu, hilf, daß ich bestehe!
2. Rezitativ (Tenor)
O großes Hochzeitfest, darzu der Himmelskönig
die Menschen rufen läßt!
Ist denn die arme Braut, die menschliche Natur,
nicht viel zu schlecht und wenig,
daß sich mit ihr
der Sohn des Höchsten traut?
O großes Hochzeitfest,
wie ist das Fleisch zu solcher Ehre kommen,
daß Gottes Sohn es hat auf ewig angenommen?
Der Himmel ist sein Thron,
die Erde dient zum Schemel seinen Füßen,
noch will er diese Welt
als Braut und Liebste küssen!
Das Hochzeitmahl ist angestellt,
das Mastvieh ist geschlachtet,
wie herrlich ist doch alles zubereitet!
Wie selig ist,
den hier der Glaube leitet,
und wie verflucht ist doch,
der dieses Mahl verachtet!
3. Arie (Sopran)
Jesu, Brunnquell aller Gnaden,
labe mich elenden Gast,
weil du mich berufen hast!
Ich bin matt, schwach und beladen;
ach! erquikke meine Seele,
ach! wie hungert mich nach dir!
Lebensbrot, das ich erwähle,
komm, vereine dich mit mir!
4. Rezitativ (Alt)
Mein Jesu, laß mich nicht
zur Hochzeit unbekleidet kommen,
daß mich nicht treffe dein Gericht;
mit Schrecken hab ich ja vernommen,
wie du den kühnen Hochzeitgast,
der ohne Kleid erschienen,
verworfen und verdammet hast.
Ich weiß auch mein Unwürdigkeit:
Ach, schenke mir des Glaubens Hochzeitkleid;
laß dein Verdienst zu meinem Schmucke dienen!
Gib mir zum Hochzeitkleide
den Rock des Heils,
der Unschuld weiße Seide!
Ach! laß dein Blut den hohen Purpur dekken,
den alten Adamsrock und seine Lasterflekken,
so werd ich schön und rein und dir willkommen sein,
so werd ich würdiglich
das Mahl des Lammes schmekken.
5. Arie (Alt, Tenor)
In meinem Gott bin ich erfreut;
die Liebesmacht hat ihn bewogen,
daß er mir in der Gnadenzeit
aus lauter Huld hat angezogen
die Kleider der Gerechtigkeit.
Ich weiß, er wird nach diesem Leben
der Ehre weißes Kleid mir auch im Himmel geben.
6. Choral
Ach, ich habe schon erblikket
diese große Herrlichkeit!
Itzund werd ich schön geschmükket
mit dem weißen Himmelskleid.
Mit der güldnen Ehrenkrone
steh ich da für Gottes Throne,
schaue solche Freude an,
die kein Ende nehmen kann.