J.S. Bach - De Apocalyps

J.S. Bach - De Apocalyps

2021PI uitgevoerd door OPERA2DAY & de Nederlandse Bachvereniging
Serge van Veggel, concept en regie
Hernán Schvartzman, dirigent
Shunske Sato, idee en muzikaal advies
Panos Iliopoulos, componist
Thomas Höft, tekst
Het Nationale Theater Den Haag

Achter de muziek

Verhaal
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Achtergrondvideo's
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Teksten
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Credits
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De opera die Bach nooit schreef

Achtergronden bij J.S. Bach - De Apocalyps

Wat als Johann Sebastian Bach had gewerkt in een stad met een operahuis, zoals bijvoorbeeld Telemann, zou hij dan wél een opera geschreven hebben? Er lijkt genoeg dramatische potentie in zijn passies en cantates te zitten. Bij zijn aanstelling in Leipzig, kreeg hij van het stadsbestuur de expliciete opdracht zijn kerkmuziek niet al te opera-achtig te maken. Misschien hield hij zich dus wel in, en had zijn muziek nóg dramatischer kunnen zijn. 

OPERA2DAY maakt vaker ‘nieuwe’ opera’s. Geïnspireerd door deze werkwijze, om de dramatische kracht Bachs muziek te laten zien én omdat Bach zelf vaak zijn eigen werken omvormde tot iets nieuws, vroeg toenmalig artistiek leider Shunske Sato aan Serge van Veggel om voor het honderdjarig bestaan van de Nederlandse Bachvereniging een Bach-opera te maken. 

Jan van Leiden
De opera vertelt het waargebeurde verhaal van Jan van Leiden. Deze acteur, kroegbaas en kleermaker werd in de zestiende eeuw leider van een beweging die verkondigde dat de wereld ten onder zou gaan. Een heilstaat werd opgericht. Die radicaliseerde en werd tot dictatuur. We volgen Jan van zijn aanvankelijke bevlogenheid, via zijn even flamboyante als meedogenloze koningschap tot aan zijn laatste biecht in een dodencel. We beleven daarmee van binnenuit hoe de tijdloze mechanismen van populisme, polarisatie en radicalisering hun werk doen.

Werkwijze bij het samenstellen van de opera
Met in zijn achterhoofd het verhaal van Jan van Leiden selecteerde scenarist en regisseur Serge van Veggel in nauwe samenwerking met de Bachvereniging muziek van Bach die paste bij het verhaal. Librettist Thomas Höft herschreef de teksten en componist Panos Iliopoulos schreef verbindende muziek om de verschillende citaten uit de muziek van Bach op elkaar te laten aansluiten. 

Hoe past dit werk in All of Bach?
Natuurlijk is deze opera geen werk van Johann Sebastian Bach. Tóch besloten we de opname binnen ons project te publiceren. We laten in deze productie de dramatische kracht van de muziek van Bach zien. Bovendien lijkt de werkwijze van het artistieke team wél op hoe Bach zelf te werk ging bij het omvormen van zijn eigen composities of van werk van anderen. In Bachs tijd was het heel gewoon om ‘oud’ werk van jezelf of van iemand anders te hergebruiken en het zo een nieuwe bestemming te geven. Dit werd parodie genoemd, en niet gezien als plagiaat of luiheid, maar veel meer als eerbetoon. Bach gebruikte bijvoorbeeld zijn kerkcantates later met nieuwe tekst als verjaardagsmuziek of andersom. Zoals bijvoorbeeld de feestmuziek ter ere van de verjaardag van Keurvorstin Maria Josepha, Tönet ihr Pauken, BWV 214 waarvan hij het openingskoor een jaar later met aangepaste tekst gebruikte als begin van het Weihnachts-Oratorium.

Met deze release zetten we Bach in een ander licht en weten we wellicht ook weer nieuwe mensen enthousiast te maken voor Bachs muziek.

De muzikale bronnen

Beluister de podcast over het verhaal van de opera:
Jan van Leiden en het einde der tijden

Achtergrondvideo's

Serge van Veggel

"Hij zou wel eens de grootste operavernieuwer van de 18e eeuw hebben kunnen zijn."

Teksten

Origineel

Erster Akt
1. Hinrichtung der Täufer
Chor
Hängt sie auf!
Schluss mit den Lügen!
Schlagt sie tot!
Rache! Strafe! Gerechtigkeit!
Wir sind das Volk!
Die Hure von Babel gehört in die Hölle.
Feuer und Schwefel für Sie!
Wir sind Gottes Krieger!
Wir sind die Wut!
Die Ratten sind besiegt, die Lügner sind entlarvet!
Zerstört ihr Schreckensreich!
Zu Ende ist das Leiden!
Die Wahrheit hat gesiegt,
und soll für uns ewig Richtschnur bleiben.

2. Gresbecks Angebot an den Bischof
Bischof
Gerechtigkeit sei Dir, gequältes Münster!
Die Täufer sind besiegt und unterworfen.
Gereinigt wird, was Dich so sehr besudelt hat.
Doch nun zu Dir,
was machen wir mit jemand Deinesgleichen?

Gresbeck
Mit mir?
Ich bin doch nur Gresbeck, der Schreiner,
der nichts weiter will,
als sein einfaches Leben zu leben.
Doch dann kamen sie, all die Ausländer, die Holländer,
die Friesen, all das Gesindel.
Er ist vom Teufel besessen, Jan van Leyden.
Vom Teufel gewiss!

Bischof
Das ist so leicht!
Die andern sind’s gewesen!
Wer könnte wohl das Denken
eines andern ergründen?
Wie kommen wir nun in Dein kleines Hirn hinein?

Gresbeck
Ich war es, der euch geholfen hat!
Ich habe euch den Plan gegeben.
Mein Modell hat euren Truppen den Weg gewiesen,
den sicheren Weg in die Stadt.
Und ich kann Ihro Gnaden weiter dienstbar sein,
kann Euch berichten, wie alles war.
Sowas darf nie wieder passieren.

Bischof
Ja, ohne Zweifel hast Du mitgemacht.
Mit den andern hast Du mitgelacht.
Der Wahnsinn hielt euch alle unter Kontrolle.
Wie im Modell so ganz genau beschreibe uns,
wie alles hier geschah.
Die Bosheit griff nach euren Seelen.
Und zeig uns, wie kam es,
dass dieser Schauspielerkönig euch narrte.
Was Bösen half, das kann auch Guten helfen.

Gresbeck
Ich schreibe euch alles auf, von Anfang an.
Seid versichert, dass alles,
wie wahnsinnig es auch erscheint,
nichts weiter als die Wahrheit ist.
Ihr selbst, Euer Gnaden, tatet alles,
um Münster vor den Verführern zu retten.
Doch was kann man tun,
wenn die Verschwörer das Netz
ihrer Lügen im Geheimen spinnen,
versteckt, außerhalb der Stadt.
Und Knipperdollinck stachelte sie dazu an.
Ich erinnere mich genau wie es war.

3. Zurück in der Zeit:
Jan van Leiden trifft die Münsterschen Rebellen
Knipperdollinck
Hört, was der Dreckskerl jetzt getan!
Das Recht verfällt.
Und diese Ratte grinst.
Die Unverschämtheit hört euch an!
Des Bischofs Machtmissbrauch liegt offen.
Hier steht es, und wir sind betroffen.
Sie wollen so viel Zweifel, Furcht und Schrecken
in unserer treuen Bruderschaft erwecken!
Jedoch, gemeinsam sollen wir uns ganz sicher sein,
der Sieg ist uns gewiß.
Der Bischof kann die Wahrheit nicht verbieten.
Für uns, nein, spricht er nicht.
Und Widerstand ist Pflicht.
Wir sind im Recht, sie sind es nicht.

Aufgepasst!
Vielleicht werden wir verfolgt.

Sie haben Rothmann verboten zu predigen,
in unserer eigenen Stadt!
Wir dürfen uns nicht einmal mehr
in unseren eigenen Häusern versammeln.
Und die Mehrheit im Stadtrat
wehrt sich nicht dagegen.
Sie lassen es einfach so geschehen
und beugen sich feige
unter das Wort des Herrn Bischofs.
Doch "Ihro Gnaden" haben sich ihre Würde gekauft.
Ja, Würde gibt es gegen blanke Münze
auf dem päpstlichen Basar.
Doch wo in der Schrift steht denn etwas
von Päpsten und Bischöfen?
Mit unseren Steuern zahlen wir ihre Paläste.
Unser hart erarbeitetes Geld
rinnt durch ihre durstigen Kehlen.
Sie scheren sich nur um sich, nicht um das Volk.
Sie sind der Grund, warum wir leiden.

Rothmann
Seid nur getrost in dem, was Ihr tut.
Wir alle sind im Guten vereinigt.
Ihr sollt sein die Schar, die Hoffnung trägt!
Die Wahrheit, ja die hat er uns vermacht.

Knipperdollinck
Schau, was da über dich steht:
“...Rothmann hat widerrechtliche Thesen verbreitet”
“...jeder Teilnehmer wird dafür
verantwortlich gemacht”

Rothmann
Ja, sie nennen uns widerrechtlich,
aber schaut nur, wer das unterzeichnet hat.
Wir sollen also böswillig sein?
Sie sagen, wir sind gewalttätig.
Aber haben wir Waffen erhoben?
Haben wir nicht im Gegenteil den Frieden gesucht?
Haben wir nicht mit Worten allein
die Ungerechtigkeit zu beenden getrachtet?
Darf man nicht einmal mehr
auf Missstände hinweisen?
Wie heißt du?

Jan van Leyden
Jan Beuckelszoon.

Rothmann
Knipperdollincks Gast aus Leyden!
Ja, so ist es überall.
Das Unrecht und die Unterdrückung
kennen keine Grenzen.
Du bist den weiten Weg hierher gekommen,
die Freiheit zu finden?
Ganz genau wie Du, Katharina.
Erzähl uns noch einmal von Deiner Vision.
Was hast Du gestern am Himmel gesehn?

Katharina
Der Himmel weint Tränen von Blut.
Ein schrecklicher Schatten am Firmament,
ein Gesicht verzerrt von Wut.
Ein Mann im Himmel, mit goldener Krone,
ein Schwert in der Hand.
Sein Blick hat wie Feuer gebrannt.

Knipperdollinck
Hört doch, was sie sagt:
Jeder Lügner, der wird sterben.
Kommt und kämpfet, führt den Schlag!
Lasst den Bischof uns beerben!
Auf denn, kämpfet, führt den Schlag!
Los doch! Alle! Welcher Tag!
Legen wir die Stadt in Trümmer!

Rothmann
Hört auf die Schrift,
es steht geschrieben bei Johannes, den wir lieben:
Goldene Straßen, uns gegeben,
ewiges Licht in unserm Leben.

Eine Frau
Der Bischof lässt die Tore schließen!

Rothmann
Die Wahrheit lässt sich nicht mehr aussperren.
Mauern und Tore halten Gedanken nicht auf.

Knipperdollinck
Zieh das über!
Wir gehen durch das Liebfrauentor.
Du kannst auch bei mir bleiben,
zusammen mit den Holländern.

Gresbeck
Nachdem er die ansteckende Saat
seiner kranken Ideen in die Welt gesetzt hatte,
und nachdem Rothmann und Knipperdollinck
eine Gruppe von rechtschaffenen,
hart arbeitenden Bürgern um sich versammelt hatten,
ist Jan van Leyden zunächst
nach Hause zurückgegangen.
Ich glaube, er wollte die Übernahme Münsters
aufs Kleinste planen.
Dazu hat er eine ganze Schar von Holländern
und Friesen um sich gerottet, seine Armee.
In Leyden hat er eine Schänke geführt.
Das war ihr Stützpunkt.
Er ist ja eigentlich ein echter Versager gewesen:
als Schneider gescheitert,
als schäbiger Wollhändler auch.
Das hat ihn bitter gemacht.
Aber er konnte schmeicheln, er konnte lügen,
und er konnte allen etwas vorspielen.
Und so hat er seine Jünger um sich gesammelt:
Verbrecher, Idioten, Wahnsinnige, vereint im Hass,
offen für sein Gift.
Dasselbe Gift, das auch Münster verdorben hat.

4. Im Café „De Witte Lelie“ in Leiden:
„Auf nach Münster!“
Jan van Leyden
Die Allegorie von Unschuld und Heuchelei.

Claes Janssen
Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.
Ich schlief gestern Abend ein,
bevor ich noch gebetet.

Henrick Hendricksz (Heuchelei)
Bist keine Unschuld mehr.
Du hast die falschen Freunde,
nicht Scham, noch Tugend.
Des Fleisches Lust hast Du genossen,
der Wein des Lasters Dir ein Labsal ist.
Hör auf mit den Sünden, und Schluss mit dem Laster,
sonst hast du am Tische des Herrn keinen Platz.
Kein Sehnen. Kein Seufzen.
Hör auf mit dem Lechzen
und Schluss mit dem Schmollen.
Genug von dem Stöhnen,
ach lass jetzt das Schmachten,
sonst hast du am Tische des Herrn keinen Platz!

Du kannst nicht! Du darfst nicht!
Du wirst nicht, du sollst nicht!
Sonst hast Du vom Blute des Herrn nur den Satz.

Jan van Leyden
Halt, wir haben doch einen Gast.

Dieuwer
Marijtje, Dein Mann ist wirklich ein König des Spiels,
ein Schauspielerkönig!

Jan van Leyden
Dieuwer! Welch strahlender Glanz
in unsrer kleinen Schänke!
Und, wie findet Ihr unser kleines Bußspiel
für den Johannistag?
Glaubt Ihr, dass wir die Papisten
ein bißchen erregen können?

Marijtje
Seit wann machst Du Dir was aus dem Papst?
Pass bloß auf, dass Du nicht wieder Ärger kriegst.
Am Ende muss sowieso ich wieder alles ausbaden.

Jan van Leyden
Das wird man wohl doch noch sagen können, oder?
Die Heuchelei! Der Mißbrauch!
Wo findet man heute noch
'nen rechtschaffenden Mann,
der nichts für sich, sondern für die Allgemeinheit tut?
Und überhaupt: Wo in der Schrift steht denn etwas
von Päpsten und Bischöfen?

Marijtje
Jan, ich glaube,
Du solltest Dich mal mit Dieuwers Mann unterhalten.
Wenn Du ihn reden hörst, dann glaubt man,
dass es auch anders gehen könnte.
Er hat fantastische Visionen.

Jan van Leyden
Ah, noch so ein Prophet!
Wie Rothmann, der Prediger in Münster?
“Hört auf die Schrift, es steht geschrieben.”

Dieuwer
Mein Jan meint es ernst.
Er hat eine Botschaft, ein Ideal, das er glaubt.
Er sagt, dass die Offenbarung des Johannes
kein Buch der Rache, sondern der Hoffnung ist.
Die 144.000 Auserwählten, von denen das Buch erzählt,
können wir sein.
Ja, wir mögen verschmutzt sein,
denn wir sind mit Dreck beworfen worden
seit Jahrhunderten.
Aber wir können ihn abwaschen, diesen Schmutz.
Wir können uns reinigen,
wenn wir in das reine Wasser der Erkenntnis tauchen,
so wie Johannes den Herrn taufte.

Die Rettung können selbst wir schaffen.
Wir selbst! Wir müssen einig sein,
gemeinsam strafen die Korruption!
Das Unrecht, das können wir besiegen.
Erneut und rein.
Ihr könnt, wie wir, Erwählte sein.
Dann sind wir alle die 144.000
und bauen unser Paradies.

Jan van Leyden
Was Du da sagst, das muss der Rothmann hören.
Das ist mehr als ein Spiel, das ist eine Revolution!
Wir können wirklich etwas ändern!
Münster ist die Himmlische Stadt!
Sie ist schon da und wartet auf uns.
Lass die 144.000 Auserwählten sich dort versammeln!
Alles, was Rothmann versprach,
kann Wirklichkeit werden.
Schaut Euch nur an, mit wieviel Gold
die Papisten dort ihre Kirchen füllen.
Das können wir wahrlich
zu etwas Besserem verwenden.

Himmelshauptstadt Ebenbild,
ja so soll’n wir Münster heißen.
Und von Perlen angefüllt,
werden dort die Straßen gleißen.
Auf, nach Münster lasst uns gehn.
Auserwählt uns wiedersehn,
wo man uns wird Freunde heißen.
Eine große Helferschar
werden wir in Münster finden.
Und die Freiheit leuchtet klar der Gemeinschaft,
die wir gründen.

Marijtje
Du redest vom Guten, das Du erschaffen willst,
aber das Gute, das Du damit zerstörst,
daran denkst Du nicht?
Du hast hier ein Leben, eine Familie,
und die wirfst Du einfach fort?
Für einen vagen Traum?
Für eine kindische Spinnerei?
Wenn Du schon eine bessere Welt willst,
warum dann nicht hier, für uns?

Jan van Leyden
Lass Dich Dir mich anvertrau’n:
Wunder werden wir erschau’n.
Gott will sein Reich in Münster bau’n.
Unser Paradies in Münsters Au’n.
Wir verändern dort die Welt,
alles ist für uns bestellt.
Es wird alles gut, ja auch für uns.
Gott hat einen großen Plan
und nimmt sich auch der Kinder an.
Die bessere Welt ist aufgetan.

Auf nach Münster!

Gresbeck
Gemeinsam mit Jan Matthijsz
ziehen die Holländer gen Münster,
ohne Marijtje und die Kinder.

Heimlich treffen sie sich mit Rothmann
und vergiften ihn mit der Idee der Auserwählten.
Sie alle lassen sich von neuem taufen.
Noch sind sie nur eine kleine Schar.
Doch die Fremden finden auch im Rathaus
der Bischofsstadt Gehör.

Wer schlimmer war?
Jan Matthijsz oder Jan van Leyden?
Das mag das Jüngste Gericht entscheiden.
Auf jeden Fall ist der falsche Prophet Matthijsz
schon länger und besser geübt darin,
das Wort Gottes zu entstellen und zu verdrehen.
So hält sich Jan van Leyden zunächst geschickt zurück
und lässt den Wahnsinnigen predigen.

Euer Gnaden schicken Truppen in die Stadt,
doch die sind verwirrt.
Bin ich selbst doch auch verwirrt.
Wer spricht mit welcher Autorität?
Wie soll ein einfacher Mensch das wissen?

Wären Euer Gnaden selbst dabei gewesen,
sicher hätten die Truppen sich nicht zurückgezogen.
Ihr hättet das falsche Spiel
sicher leichter durchschaut.
Aber nicht Eure Landsknechte:
Sie lassen sich drohen und verlassen die Stadt.
Und die Holländer feiern es als Sieg.

5. Die Täufer erobern Münster
Chor
Auf, öffnet Ihnen die Tore weit.
Knipperdollinck
Und sind sie fort, so schließt die Tore wieder,
denn niemand drücket uns mehr nieder.
Chor
Die Höll soll sie verschlingen.
Jan van Leyden
Ja, seht!
Chor
Das Unrecht fliehet weit und breit.
Jan van Leyden
Was Jan gesagt, das wird jetzt wahr!
Chor
Wir werden sie bezwingen.
Dieuwer
Jetzt können wir die Schrift verstehn:
Am Boden Goliath, wir dürfen David sehn!
Chor
Es flieht die ganze böse Schar.
Wie schwach sie sind, das wird jetzt klar.
Rothmann
Brandmale werden sie erröten,
mit Feuer wird der Fluch sie töten,
weil sie der Wahrheit Feinde sind.
Chor
Die kann uns niemand nehmen.
Jan van Leyden
Gesegnet sind wir, denn ein Prophet ist uns gesandt.

Jan Matthijsz, ewiger Wahrheit deutliche Stimme.
Jan Matthijsz, der alles vorausgesagt hat.
Chor
Gesegnet wir!
Gesegnet sind wir, denn ein Prophet ist uns gesandt.
Rothmann
In einer auserwählten Stadt
sind wir die Auserwählten.
Chor
Zu Ende ist das Leid!
Gesegnet wir! Endlich wird alles gut.
Rothmann
Ruhe!

Aus ihm spricht Gottes Wort!
Die Finsternis des Irrtums
weicht dem Licht der Wahrheit.
Und die Botschaft liegt klar vor uns.
Vom Joch der Sklaverei sind wir befreit
und sind als freie Männer wie Brüder gleich.
Zusammen bau’n wir die himmlische Stadt.

Dieuwer
Wir Schwestern alle folgen unsern Brüdern,
Dieuwer und Chor
wir bauen hier die Himmelsstadt.
Jan van Leyden
Da! Hoch am Himmel strahlen Lichter,
ein Held erscheint mit gold’ner Kron!
Und dieses Leuchten wird uns leiten.
Dieuwer
Und nun lasset uns auch
jene Schwestern gleich befrein,
die Klostermauern grimmig umschließen,
lebend wie im Grabe.
Dieuwer und Chor
Willkommen in der Himmelsstadt!
Rothmann
Alles, was wir haben, gehört uns nicht allein,
sondern auch allen andern.
Bringt herbei, was ihr besitzt,
wir wollen es sammeln und gerecht verteilen.
Euch soll es an nichts fehlen.
Ein jeder bekomme, was nötig ist.
Knipperdollinck
Und jetzt die Klöster!
Was die Priester uns gestohlen, holen wir uns zurück.

Chor
Darauf wird Segen sein!
Wir alle werden frei.

Jan Matthijsz
Die Zeichen der Rache
sind über unsere Häupter geschrieben.
Die Tür der Gnade ist verschlossen.
Gott ist voller Zorn.
Wir sind verdammt.
Vernichtet das Unreine.
So spricht Johannes: Erwürget alle, Alte, Jünglinge,
Jungfrauen, Kinder und Weiber, alles tot.
Aber die das Zeichen an sich haben,
derer sollt ihr keinen anrühren.
Fangt aber an in meinem Heiligtum
und sparet keinen aus.
Niemand!

Knipperdollinck, Jan van Leyden, Dieuwer,
Ein Frau, Ein Mann
Bürger soll’n töten?
Wir töten nach Gottes Willen?
Schwestern, wir töten um Gottes Willen?
Ihr wollt uns töten?
Um Gottes Willen!
Sie wollen uns umbringen!

Rothmann
Ja, wir müssen uns reinigen.
Hast Du uns nicht selbst erklärt,
dass wir dazu die Taufe haben?
Nicht die Taufe der heuchlerischen Kirche,
über die nichts in der Schrift geschrieben steht,
die unmündige Kinder mit ihren Lügen besudelt.
Nein, sondern eine frei gewählte Taufe
mit dem Wasser der Wahrheit.
Wir sind auserwählt.
Sind sie nicht auch auserwählt?
Lasst uns die Lügen fortwaschen.
Lasst sie das Zeichen der Auserwählten annehmen.

Rothmann
So sagt der Prophet: alle Feinde sollen sterben.
Wir sind auserwählt.
Wir waschen den Dreck von Jahrhunderten fort.
Und Ostern führt er uns zur Entscheidungsschlacht.
Sein Schwert ist unser Schutz.

Gresbeck, die Taufkleider!

Jan van Leyden, Ein Frau, Dieuwer, Claes Janssen
Wir waschen jeden vom Bösen!
Seht doch, die Welt wird gereinigt!

6. Der Fall des Propheten Jan Matthijsz
Gresbeck
Und so tobt der Wahnsinn durch die Stadt.
Die Holländer und Friesen
gehorchen ihren Propheten mehr als der Schrift.
Und es werden mehr!

Der Ruf verbreitet sich rasch,
dass Münster das neue Paradies der Täufer sei.
Und so strömen sie herbei,
wollen an der himmlischen Stadt mitbauen.
Sie glauben, das Paradies sei nahe.
Sie glauben, sie seien das Paradies.
Doch es ist die leibhaftige Hölle,
aus der Lüge geboren.
Und die Propheten taufen Tag und Nacht.

Acht Tage brennen die Bücher,
bis die Flammen alles verzehrt haben,
sei es Flugblatt oder Schuldbuch,
Gesangbuch oder die Regesten der Stadt.
Und viele meiner schönen Schnitzereien,
das Rankwerk am großen Altar,
das verbrennen sie auch,
mit all den Bildern und Statuen der Heiligen.

Indessen haben Ihro Gnaden Truppen
die Stadt eingekesselt.
Wir sitzen in der Falle.

Gresbeck
Und als Ostern kommt, der Tag, den Jan Matthijsz
als Tag der Entscheidungsschlacht prophezeit hat,
rufen die Propheten und Prediger das Volk zusammen
um zu verkünden,
dass Gott selbst heut seine Feinde zerstreuen würde.
Kein Leid könne ihm mehr geschehn,
tönt Jan Matthijsz wie von Sinnen,
und zieht mit ein paar Getreuen aus dem großen Tor,
direkt Ihro Gnaden Landsknechten entgegen.
Überzeugt, unverwundbar zu sein.
Überzeugt, die Faust Gottes
würde seine Gegner zerschmettern.
Es war Irre.

O, was sind sie entgeistert,
all die Holländer und Friesen,
nach dem Tod ihres Propheten.
Doch schon kehrt die Hoffnung zurück:
Was, wenn er auferstünde am dritten Tage?
Aber auch der dritte Tag verstreicht,
und Jan Matthijsz kehrt nicht zurück.

Widerstand keimt auf.
Sind es nicht doch falsche Propheten,
denen die Stadt vertraut?
Doch wehe dem, der Zweifel ahnen lässt.
Sie behaupten jetzt,
Gott selbst hätte Matthijsz bestraft,
weil der nicht demütig genug gewesen sei.
Und so spielen wir mit in diesem Spiel
und teilen die Zweifel höchstens daheim, des Nachts,
in der Verschwiegenheit des Ehebetts.
Doch auch diese Verschwiegenheit ist bedroht.
Denn die Komödie erreicht
ihren vorläufigen Höhepunkt.

7. Die Errichtung des Täuferreichs
Knipperdollinck
Gestern kam der blinde Dusentschuer zu uns.
In sieben Nächten hat sich der Herr ihm offenbart.
Hört seine Visionen an!
Denn Wunder werden geschehen:
der Blinden Augen werden sehen
und die Lahmen werden gehen.

Ein Betrunkener
Naja, der Seher hier zumindest ist immer noch blind.
Knipperdollinck
Wir sollten die Propheten ehren
und zur Richtschnur nehmen, was sie uns sagen.
Dusentschuer
Ein Führer ist uns offenbart,
der in der Himmelsstadt soll herrschen.
Gott macht Jan Beuckelszoon zum König,
bis er zur Erde niedersteigt.
Du wirst das Schwert dem König tragen!
Und Du bewahrst des Königs Wort!
Und Dich stellt Gott als Königin
dem neuen Herren treu zur Seite!

Jan van Leyden
Ihr Brüder und ihr Schwestern,
jetzt kann ich es erst verstehen.
Was im Traum ich auch gesehen – Speere,
die Matthijsz durchbohren, seine Frau,
die mich erkoren – war ein Rätsel so für mich!
Erst durch Dich wird mir klar, was Gott getan,
durch Dich, Du blinder Mann.
Gottes Weisheit, Gottes Wahrheit gibt mir Kraft
in ihrer Klarheit, zeiget unsren Weg uns an.
Und ich geh mit Dir voran!

Gott hat mich zum König der Welt bestimmt.
Aber ich sage Euch, liebe Brüder und Schwestern:
Ich möchte eher ein einfacher Schweinehirt sein.
Doch habe ich eine Wahl?
Wer bin ich, Gott zu widersprechen!
Und so geschehe sein Wille.

Trinken wir auf unsere Königin Divara!

Knipperdollinck
Um bei den Schweinehirten zu bleiben:
Der bischöfliche Schweinehirt
schickt uns eins von seinen Ferkeln.
Gesandte
Münster, hör dies in Angst!
Ihr habt böse gefrevelt gegen Gott, Euren Herren.
Ketzerei, Satanskult, Eure Schuld!
Und die Strafe ist nah,
ja sie naht voller Zorn.
Doch das muss nicht sein, denn es gibt einen Weg:
Geht in Euch und gebt auf!
Dies ist die Frist: Sieben Tage.

Jan van Leyden
Habt Dank, und sagt dem Herrn Bischof,
dass wir wohl erwägen würden, was er meint,
wenn nicht die Stimme eines viel Mächtigeren
uns ebenso Tag und Stunde genannt hätte.
Gesandte
Wer könnte mächtiger sein als Ihro Gnaden,
mein Herr, der Bischof?
Jan van Leyden
Nun, ganz einfach: Unser aller Herr, Gott im Himmel!
Gesandte
Blasphemie! Das ist schlicht und einfach Blasphemie!
Jan van Leyden
Der Herr wird darüber urteilen, und er urteilt schnell.
Gerade habe ich von meinem Traum erzählt.
Ich sah in einen Himmel ohne Wolken.
Eine warme Stimme sprach zu mir:
"Meine Zeit ist hier.
Ich will bei Dir die Ostern halten,
mit meinen Jüngern."
Also: zu Ostern im neuen Jahr wird Er erscheinen.
Tut Er es nicht,
so sollt ihr mir selbst den Kopf abschneiden.
Gesandte
Dann werden wir gleich den Dienstag nach Ostern
für Eure Hinrichtung notieren.
Und ich hoffe sehr, Ihr lebt dann noch
und seid nicht alle schon verhungert.
Jan van Leyden
Nun, Ihro Gnaden Keller
halten unerschöpfliche Reserven
von Mosel und Rheinhessen bereit.
Nur an Spätburgunder mangelt es schon ein wenig.
Aber ich kann verstehen,
warum Ihr soviel von Hunger redet.
Es dauert uns, Euch da draußen leiden zu sehen,
in Morast und Kälte.
Setzt Euch zu uns an die Tafel,
wir teilen gerne, was wir haben.
Gesandte
Eure Tage sind gezählt: Sieben!

Jan van Leyden
Wir müssen diese Teufel bekämpfen,
die Ratten vernichten, austilgen!
So ist es offenbart:
Die Schlacht der Schlachten zieht herauf.
Rom, die Hure Babylons, muss fallen.
Und wir sind berufen,
dafür die unbesiegbare Armee
der 144.000 aufzustellen.
Und unsere Besten gehen dabei voran:
Unsere Münsteraner Frauen!

Lässt uns mit Freude und Wonne erfüllen,
was geschrieben steht: Das Wort werde Fleisch!

Kommt, dies Gebot ist uns gestellt:
Liebt wie sonst nicht in der Welt.
Denn unsre Schar soll fruchtbar sein,
dann ziehen wir im Himmel ein.
Ja unsre Schar muss fruchtbar sein.
Marschieren wir im Himmel ein!
Wie Salomo einst ein Beispiel uns gegeben,
mit 700 Frauen treu zu leben, so tun wir es.
Und, Münsters stolze Frauen:
Auf ihrer Frucht wolln unsern Sieg wir bauen.

Lasst uns sie töten und in Stücke reißen!

Männer
Tötet, reißet und hauet in Stücke!
Frauen
Wie? Töten?
Und reißen und hauen in Stücke?
Jan van Leyden
Seid fruchtbar und mehret Euch!
Männer
Die Hure von Babel gehört in die Hölle,
mit Feuer und Schwefel gehört sie bestraft!
Mit Pocken und Aussatz zerstört ihr Gesicht,
stellt nackend und elend sie dann vor Gericht!
Wir jagen und schlagen, zerschmettern,
verbrennen in feuriger Glut, in heißester Glut!
Die Hure von Babel, die giftige Brut!
Wir sind Gottes Krieger, ja wir sind die Wut!
Frauen
Die Hure von Babel gehört in die Hölle?
Mit Feuer und Schwefel gehört sie bestraft?
Mit Pocken und Aussatz zerstört ihr Gesicht?
Stellt nackend und elend ihr sie vor Gericht?
Ihr jaget und schlaget, zerschmettert,
verbrennet in feuriger Glut, in heißester Glut
die Hure von Babel, die giftige Brut?
Seid Ihr Gottes Krieger? Ja seid Ihr die Wut!

Gresbeck
Was als eine Verwirrung des Geistes begann,
wird zu blankem Hass.
Oh Jan, der Schauspielerkönig,
weiß das Heilige mit dem Angenehmen zu vermählen.
Warum soll einem Mann wie ihm
nur eine Frau genügen,
wenn er ein Dutzend haben kann?
Und es gibt kaum einen Mann,
der es ihm nicht gleichtun mag.
Denn die Prediger erlauben nicht nur die Vielehe,
nein, sie verlangen sie sogar.
Und so wird die Jagd zur Hatz,
und selbst elfjährige Mädchen entkommen ihr nicht.
Wer sich wehrt, wird gezwungen.
Wer sich immer noch weigert, hat den Tod verdient.
Ein paar Tage später findet man ein junges Mädchen,
sie treibt ertrunken auf der Aa.
Was ihr geschah, kann ich nicht sagen.
Das ist der Holländer Werk und Gottes Wille.

Zweiter Akt
8. Münster unter Belagerung
Gresbeck
Ein strenger Winter ist vorübergegangen,
und damit ein Jahr, in dem alle Hoffnungen
in Münster eine nach der anderen zerstoben sind.

Der Belagerungsring schließt sich
immer enger um die Stadt.
Im Hochmut der ersten Monate,
in den Feiern und Triumphzügen,
hatte man über tausend Rinder geschlachtet,
in Butter und Käse geschwelgt.
Warum sparen, wo doch die Rettung nahe ist,
das Ende der Zeiten.
Nun schwelgt niemand mehr.

Jan van Leyden hatte prophezeit,
dass Gott der Herr am kommenden Osterfest
vom Himmel steigen würde.
Doch als das nächste Osterfest vorüber ist,
ist niemand vom Himmel gestiegen.
"Warum schlagen wir ihm nicht den Kopf ab,
wie er gewollt hat?", meinen einige,
die sich an seine Vorhersage erinnern.
Worauf der Schauspielerkönig zornig erklärt:
"Gott lässt sich nicht befehlen."

Immer dringlicher ergeht der König sich im Gebet.
Der Prophet fleht um Prophezeiungen,
einen Wink des Schicksals.

Doch da ist nichts als Schweigen.

Jan van Leyden
Ewiger, bist Du gegangen?
Schweigst viel zu lange.
Ach! Liebst Du Dein Volk mit Huld?
Liebst Du es in Geduld?
Wer trägt nun unsre Schuld?
Flammen, die auf ewig brennen,
sollst Du Deinen Feinden gönnen.
Wirst vor diesen heißen Gluten
aber schützen Du die Guten?

Rothmann
Der Apostel, den wir nach Brabant aussandten,
wurde totgeschlagen wie die anderen 26 vor ihm.
Glaubt Ihr nicht,
dass es dringend Zeit für ein Zeichen wäre?

Jan van Leyden
Wir haben lange genug auf ein Wunder gewartet.
Jetzt ist es Zeit zum Handeln.
Gott will von uns ein Zeichen sehn.
Wir müssen kämpfen.
Wir greifen an, und sei’s mit jedem Alten,
jeder Frau und jedem Kind.
Die Apostel sind tot?
Wir wurden von Verrätern genarrt.
Wir werden neue Boten senden!
Nun soll die Welt uns beisteh'n in unsrer letzten,
großen Schlacht.

9. Die siebzehnte Ehefrau
Dieuwer
Ach lasst sie los!
Warum habt Ihr die Frau gebunden?
Ihr greift sie hart, ihr schlugt ihr Wunden!
Ihr Männer, haltet ein!
Erweichet euch der Seelen Schmerz,
der Anblick ihres Jammers nicht?
Ach ja, ihr habt ein Herz,
das muss wohl Marmorsteinen gleich
und noch viel härter sein!
Erbarmt euch, haltet ein!

Jan van Leyden
Was ist ihr Verbrechen?
Knipperdollinck
Das ist Elisabeth Wandscherer.
Nachdem sie zur Witwe wurde,
fand ihr liebevoller Vater einen neuen Mann für sie.
Doch sie will ihn nicht leiden.
Sie will die königliche Erlaubnis zur Scheidung.
Ihrem neuen Mann hat sie gesagt:
"Du kannst mich nur im Namen des Teufels nehmen,
denn im Namen Gottes bin ich bereits vergeben."

Und als ihr Vater sie
wegen ihres Ungehorsams maßregelte,
sprach sie zu ihm:
"Ich glaube, es gibt keinen Mann in dieser Stadt,
der mich zähmen könnte."

Nun, Dich zu nehmen ist ein Gebet zu Gott!
Sollte nicht eine Frau ihrem Vater
und ihrem Manne wie Gott gehorchen?
Ich denke, wir müssen an ihr ein Zeichen setzen.

Dieuwer
Wieviele Zeichen braucht Ihr noch?
Wieviele Hinrichtungen?
Unser Domplatz wird schon
Platz der Hölle genannt!

Jan van Leyden
Mein Beileid für den Gatten, den Ihr verlort.
Doch wollt Ihr wirklich in Zukunft alleine leben?

Elisabeth
Ich bin vor Gott ganz sicher klein,
doch kann ich nicht gehorsam sein dem Mann,
der sich an Mädchen geil erfreut,
gottlos benutzt die ganze Zeit,
auch wenn die Ehe es geboten.
Drum eher als bei ihm noch zu verweilen,
will ich zum Grabe eilen
und legen mich zu einem Toten.

Jan van Leyden
Das sind harte Anschuldigungen.
Findet heraus, ob sie die Wahrheit spricht
und ob ihr Mann sich an allem versündigt,
an das wir glauben.

Elisabeth, Du hast Recht,
dass Du Dich an uns gewandt.
Aber wir haben unsere Königin gehört:
Sie ist die Hinrichtungen leid.
Und sie wünscht sich,
dass Du einen aufrechten Gatten bekommst.
Ich werde ihr beide Wünsche erfüllen.
Ich selbst nehme Dich zur Frau, Elisabeth.

Knipperdollinck
Willst Du unseren König
zum rechtmäßigen Gemahle nehmen,
bis dass der Märtyrertod Euch scheidet?
Was sagst Du?
Bereiten wir sie für die Hochzeitsnacht.

Jan van Leyden
Lasst mich und die Erste Königin allein.
Sie scheint noch mehr auf dem Herzen zu haben.

Geliebte…

Dieuwer
So glaubst Du, mich zu quälen? Nein!
Jeder Neuen Gegenwart wird Freude bei mir wecken.
Jede sparet mir die nächste Nacht als Deine Beute.
Gut. Siebzehn sind es jetzt,
und jede mehr ist meine Freude.

Jan van Leyden
Es sind sechzehn.

Dieuwer
Ach, Marijtje in Leyden, die Mutter Deiner Kinder,
gehört nicht zum großen Erlösungsplan?
Du bist nur ein billiger, versoffener Wirt aus Leyden!

Denk doch an den Tag in Leyden,
unsern Traum, der her uns wies.
Jan van Leyden
Unsre Herkunft war bescheiden,
jetzt doch sind wir hier im Paradies.
Dieuwer
Hast Du irgendwas verstanden von dem,
was Matthijsz uns wies?
Das ist Dir nur Hindernis!
Wieder eine Einheit, Leben ganz in Reinheit:
das hätte Jan Matthijsz getan.
Was für ein Mann!
Jan van Leyden
Ja, nur ein falscher Prophet, das war Dein Mann,
der sah Geister in seinem Wahn.
Voller Hybris hat Gott er dann einmal zu viel versucht.
Dafür hat Gott ihn bestraft und verflucht.
Dich dagegen gab Gott mir hin.
Und ich bin jetzt Dein Mann, Du meine Königin!
König ich, Du die Königin!
Dieuwer
Billige Kostüme und gestohlene Juwelen
können keinen König zaubern mehr aus Dir.
Statt im Königreich des Himmels
leben wir im Hurenhaus nun unter Dir.
Jan van Leyden
Schön! Im Bordell bist Du Königin, das steht Dir gut.
Das ganze Gold betest Du doch an!
Den ganzen Tag in schickem Gewand
stolzierst Du herum.
Ich liebe Dich, Divara mein,
größte Hure Münsters Du!

Dieuwer
Liebster Gott, ach zeige Dich, ja zeige Dich!
Lass mir Trost und Gnad erscheinen.
Meine Fehler kränken mich.
Ja, das Gute wollten wir,
haben Schlechtes nur geschaffen.
Bin nur eine falsche Königin,
und ein Spieler riss mich lachend in die Hölle hin.
Nirgends Hilfe aus der Not.
Besser ist, ich wäre tot.
Ich sank in der Sünde Schlamm,
ich vergeh in tiefer Scham!

Gresbeck
Und ich habe einen Brief an Sie geschrieben,
Ihro Gnaden. Haben Sie ihn je erhalten?
"Ihro Gnaden, ich möchte Euch erzählen
von Euren Bürgern in Münster,
die von Bösewichten in Geiselhaft gehalten werden,
den Holländern und Friesen.
Niemals wird der selbsternannte König sich ergeben.
Er wolle eher Hungers sterben, als um Gnade bitten,
lässt er verkünden.
Und ja, der Hungertod ist allgegenwärtig,
doch nicht beim König, sondern bei uns.
Zuerst wurden alle Pferde geschlachtet.
Wir aßen den Kopf, die Füße, die Leber, die Lungen.
Wir schlachteten alle Katzen, Hunde, Mäuse, Ratten.
Wir aßen die großen Muscheln aus den Gräben,
die Frösche.
Selbst die Schuhe weichen wir ein und essen das Leder.
Die Mütter kratzen den Kalk von den Wänden,
um ihn mit Wasser anzurühren;
den geben sie ihren Kindern zur Speise.
Ich flehe Euch an: kommt und rettet Eure Bürger.
Nur ein Zeichen von Euch, und ich werde Euch helfen.
Ein besorgter Bürger..."

Warum um alle Welt hat er nicht geantwortet?
So stecken wir hier fest in dieser Groteske
und müssen unsere Rollen spielen,
inszeniert von einem Schauspielerkönig,
der den Verstand verloren hat.
Warum, verdammt noch mal,
hat der Bischof mich nicht rufen lassen?
Der verschissene Bastard!

10. Eine Parodiemesse
Henrick Hendricksz
Herbei Ihr Freunde all! Ihr Brüder und Ihr Schwestern!
Gebenedeiet! Ein Opfer wollen wir nun bringen,
vor Seinen Augen legen wir es dar.

Chor
Trotzt, trotzt dem großen Drachen!
Trotzt, trotzt des Todes Rachen! Seht das stolze Lamm.
Trotzt dem Tod! Seht das stolze Lamm.
Springe! Springe! Frau im Monde, springe!
Ich steh hier und singe.
Blut steigt bis zum Damm!
Gottes Macht das Tier verlacht.
Erd und Abgrund muss verstummen.
Schwarze Fliegen brummen.

Rothmann
Liebe Brüder und Schwestern, bedenket,
wie König David einst in Bedrängnis geriet.
Er rief: "Der Herr ist mein Feld,
meine Burg und mein Erretter."
Und die Erde erbebete
und die Grundfesten des Himmels
regten sich und ein verzehrend Feuer schoss hervor,
das Davids Feinde verzehrte.
Was David einst geschah,
das kann auch uns geschehen.
Doch haben wir ihn
viel zu lange verleugnet und verborgen.
Erinnert Euch der falschen Messen!
Erinnert Euch des lügenhaften Zaubers
von wahrem Fleisch und wahrem Blute am Altar.
Und stoßt die Lügen von Euch fort!

Knipperdollinck
Ja! Ja! Kommt, meine Freunde.
Dies ist der Tisch des Herrn.
Lasst mich ihn decken, mit meiner Speise!
Schaut her! Nehmt Platz!
Zum Hochzeitsmahl des Lamms sind wir geladen.
Hier ist das Gotteslamm,
das uns von der Sünde der Welt erlöst,
das sich uns hingibt
als Opferspeise in Fleisch und Blut.
Doch was soll ich nun machen mit dem Koch,
der diese Speise beinahe verdorben hätte?

Chor
"Lass ihn kreuzigen!"

Knipperdollinck
Ja! Als ich die Küche betrat,
weigerte sich der Koch, das Lamm für uns zu braten.
Er meinte, wir sollten es laufenlassen.
Er sprach: "Ich habe nichts zu schaffen
mit diesen Gerichten. Ich habe heute
viel erlitten im Traum von ihretwegen."
Da packte ich den Koch, den frechen Barrabam,
mit der einen Faust
und das Lamm mit der anderen und fragte:
Welchen willst Du unter euch zweien,
den ich euch soll losgeben? Und der Koch schrie:
Chor
"Barrabam!"
Knipperdollinck
Was soll ich denn machen mit dem Lamm,
von dem gesagt wird, es sei der Sohn Gottes?
Und der Koch sagte:
Chor
"Lass ihn kreuzigen!"
Knipperdollinck
So soll es sein! Nehmet hin und esset!
Esset! Und das Wort ward Fleisch,
und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit!
Das ist das wahre Osterlamm!
Dieuwer
Ist das ein Kind?
Jan van Leyden
Lasst uns tanzen.

Dieuwer, Rothmann
Wir sind aus dem Paradies direkt in die Hölle geraten.
Wir müssen verschwinden.
- Unmöglich.
Sowie der Bischof angreift
und das erste Tor sich öffnet,
müssen wir bereit sein.
Lass uns zusammen fort.
Jan van Leyden
Sie ist gefallen! Sie ist gefallen!
Babylon, die große Stadt!
Denn sie hat mit dem Wein der Hurerei
getränkt alle Heiden.
Und der Rauch ihrer Qual soll aufsteigen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gresbeck
Ich meinethalben habe nie gesehen,
was auf der Platte lag!
Ich bin nicht dabeigewesen!
Ich habe es nicht gesehn!
Jan van Leyden, Henrick Hendricksz
Tanzen!
Gresbeck
Das Kreuztor wird nicht bewacht zur Nacht
und der Wassergraben ist dort ganz flach.
Einmal am Tor, kann man über eine Treppe
rasch hinein und die Stadt ist verloren.

11. Der Bischof erobert die Stadt zurück
Bischof
Befreit nun ist jetzt das gequälte Münster!
Und wieder herrscht Gerechtigkeit.
Nun soll, wer Schuld, genau,
gerecht und streng gerichtet sein.
Bist du der Täufer König?
Jan van Leyden
Du sagest's.
Und ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott,
dass du mir sagest, ob du seist der Bischof,
der Knecht Roms?
Bischof
Du sagest’s.
Du also bist der, der hoffärtig ist
in seines Herzens Sinn,
der die Welt mit Greueln befleckt,
sich mit Sodom und Gomorrah eingelassen
und so Gottes rasenden Zorn auf sich gezogen hat.
Sieh diesen Zorn nun in mir vor Dir stehen.
Jan van Leyden
Ich sehe nur einen Heuchler,
der mit seinen Knechten wie Wölfe
in eine Schafherde eingebrochen ist.
Der gute Christen nicht
wie Brüder und Schwestern grüßt,
sondern sie als wilde Heiden,
teuflische Skythen, verderbte Hunnen erschlägt.
Bischof
Du vergleichst mich mit Tieren und Heiden?
Jan van Leyden
Wo in der Schrift steht etwas
von Bischöfen oder Päpsten?
Bischof
Und wo in der Schrift steht etwas
von Schankwirten und Gauklern,
die gute Christenseelen wieder taufen
mit der Jauche der Verblendung?
Jan van Leyden
Selig sind die geistig Armen,
denn ihrer ist das Himmelreich.
Bischof
Ach, wage es nicht.

Ist Knipperdollinck gefangen?
Und Rothmann? Wo ist er?
Henrick
Ich sah ihn davonlaufen mit Königin Divara.
Bischof
Nun, wir werden genug andere Königinnen finden,
sie der Gerechtigkeit zuzuführen.
Und für Rothmann nehmen wir einfach Dich!
Doch nun zurück zu unserem "König".
Bereite Dich auf Dein Urteil vor, dafür,
dass Du meine Stadt, meine Bürger
und mich so verdorben hast.
Jan van Leyden
Ich hab Dich nicht verdorben.
Ich habe Dich geschaffen!
Berühmt bist Du durch mich!
Lass Dir den Beutel füllen
und werde reich durch mich.
Steck mich in einen Käfig,
für Bargeld stelle mich zur Schau.
Das wird sich lohnen und freuen wird es mich.
So kann ich mich mit Spott von dir bezahlen lassen
und Du füllst Deine Kassen.
Und gemeinsam erobern wir unbesiegbar die Erde.
Und als Zirkus ziehn wir nach Rom
und tanzen auf die Gräber der Heiligen,
die da schlafen.

Bischof
Wir reinigen die Stadt von Täufersünden.
Wer mir nur einen nennet, dem werde ich verzeihen.
Ein Frau
Er hat damit angefangen!
Ein Mann
Was? Du warst doch einer von den Schlimmsten!
Chor
Du warst doch einer von ihnen! Du warst dabei!
Was? Das ist gar nicht wahr!

Gresbeck
Den gefallenen König Jan haben sie
in einer Zelle neben meiner eingesperrt.
Und nachdem sein Urteil gefällt
und seine letzte Stunde gekommen ist,
fragen sie ihn, ob er den Kaplan des Bischofs
sehen möge für eine letzte Beichte.
Ich hätte es nicht gedacht,
aber der Schauspielerkönig sagt ja.
Und ich möchte verdammt noch mal wissen,
was er zu sagen hat, der König.

12. Das letzte Geständnis des Jan van Leyden
Jan van Leyden
Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.
Priester
Komm, setz dich ein wenig her zu mir.
Was ist es, das Dein Herz beschwert?
Jan van Leyden
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun aus der Wand mich Augen an.
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun die mich an, die ich gequält.
Und ich, ich wag nicht, zurückzuschaun.
Selbst wenn ich meine Augen schließe,
dann starren sie mich weiter an.
Wo kann da Zuflucht sein?
Diese Augen reißen mich entzwei und das zu recht.
Und wenn ich zehnmal sterben könnte,
ich hätte zehnfachen Tod verdient.
Priester
Wenn ich Dich das sagen höre,
dann ist der alte Jan schon längst in Dir gestorben.
Jan van Leyden
Ja, ich bin tot. Ich bin eine Fassade.
Ich bin ein Schauspielerkönig
und in all meinen Rollen hab ich mich selbst verloren.
Priester
Oder Du wolltest in allen Rollen
immer nur Dich selber finden.
All die Augen um Dich her,
waren sie immer voller Hass?
Jan van Leyden
Nein, nicht immer. Am Anfang war Hoffnung.
Wir wollten die Himmelsstadt bauen!
Priest
Doch himmlische Städte baut man vergeblich,
solang man die Hölle in sich selber trägt.
Jan van Leyden
Im Spiegel meiner Todeszelle
da schaue ich mich selber an.
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun die mich an, die ich gequält.
Und ich, ich wage, zurückzuschaun.
Im Dunkel meiner Todeszelle
da ist ihr Schmerz und mein Schmerz eins.
Der Schmerz, mit dem es begann.

13. Hinrichtung der Täufer
Chor
Hängt sie auf! Schluss mit den Lügen! Schlagt sie tot!
Rache! Strafe! Gerechtigkeit! Wir sind das Volk!
Die Hure von Babel gehört in die Hölle!
Feuer und Schwefel für Sie!
Wir sind Gottes Krieger!
Wir sind die Wut!

Die Ratten sind besiegt, die Lügner sind entlarvet!
Zerstört ihr Schreckensreich! Zu Ende ist das Leiden!
Die Wahrheit hat gesiegt,
und soll für uns ewig Richtschnur bleiben.

Vertaling

Eerste akte
1. Terechtstelling van de wederdopers
Koor
Hang ze op!
Klaar met de leugens!
Sla ze dood!
Wraak! Straf! Gerechtigheid!
Wij zijn het volk!
De hoer van Babylon hoort in de hel!
Geef ze vuur en zwavel!
Wij zijn Gods strijders!
Wij zijn de toorn!
De ratten zijn verslagen, de leugenaars ontmaskerd!
Vernietigd hun schrikbewind!
Het lijden is voorbij!
De waarheid heeft gezegevierd
en zal voor eeuwig ons richtsnoer blijven.

2. Gresbecks aanbod aan de bisschop
Bisschop
Gerechtigheid voor u, gekweld Münster!
De wederdopers zijn overwonnen en onderworpen.
Gezuiverd wordt wat u zo bezoedeld heeft.
Maar nu naar jou: wat doen we
met iemand zoals jij?

Gresbeck
Met mij?
Ik ben gewoon Gresbeck, de timmerman,
die slechts
zijn eenvoudige leven wil leiden.
Maar toen kwamen zij, al die buitenlanders,
de Hollanders, de Friezen, al dat tuig
Hij is bezeten door de duivel, Jan van Leyden.
De duivel, zeker!

Bisschop
Dat is zo makkelijk! Het waren de anderen!
Maar wie kan het denken
van een ander doorgronden?
Hoe komen we bijvoorbeeld
uw beperkte brein binnen?

Gresbeck
Ik was het, die jullie hielp!
Ik gaf jullie het plan.
Mijn schaalmodel wees jullie troepen de weg,
een zeker pad de stad in.
En ik kan Uwe Genade verder van dienst zijn,
U beschrijven hoe het was.
Zoiets mag nooit meer gebeuren

Bisschop
Ja, zonder twijfel heb je meegewerkt.
En met hen meegelachen heb je ook.
De waanzin had jullie allen in zijn greep.
Beschrijf zo precies als in het model,
hoe het hier allemaal is gebeurd.
Het kwaad nam bezit van jullie zielen.
En toon ons, hoe het kon,
dat deze acteurskoning jullie voor de gek hield.
Wat de kwaden hielp, kan ook de goeden helpen.

Gresbeck
Ik schrijf alles voor u op, vanaf het begin.
Wees verzekerd, dat
hoe waanzinnig alles ook lijkt
dat het niets anders is dan de waarheid.
Uzelf, Uwe Genade, deed er alles aan,
om Münster van deze verraders te redden.
Maar wat kun je doen
als de samenzweerders
het net van hun leugens in het geheim spinnen,
verborgen, buiten de stad.
En Knipperdollinck hitste ze daartoe op.
Ik herinner het me nog precies.

3. Terug in de tijd:
Jan van Leiden ontmoet de Münsterse rebellen
Knipperdollinck
Hoor wat die schoft nu weer heeft geflikt!
Gedaan met de rechtvaardigheid!
En die rat grijnst erbij.
Luister naar die brutaliteit!
De corruptie van de bisschop ligt open en bloot.
Hier staat het, en wij worden getroffen.
Zo willen ze twijfel, angst en schrik zaaien
in onze trouwe broederschap!
Maar, samen zullen we sterk staan,
de overwinning is zeker voor ons.
De bisschop kan de waarheid niet verbieden.
Hij spreekt niet namens ons.
Verzet is een plicht.
Wij staan in ons recht, zij niet.

Kijk uit!
Wellicht worden we achtervolgd.

Ze verboden Rothmann om te prediken.
In onze eigen stad!
We mogen niet eens meer samenkomen
in onze eigen huizen.
En het stadsbestuur
verzet zich daar niet tegen.
Ze laten het gewoon gebeuren
en buigen braaf als de bisschop het hen zegt.
Maar "Zijne Genade" heeft
zijn waardigheid gekocht.
Ja, voor een paar zilverlingen is het te koop
in de pauselijke bazaar.
Maar waar in de Schrift staat eigenlijk iets
over pausen en bisschoppen?
Met onze belastingen betalen we hun paleizen.
Ons zuurverdiende geld
stroomt door hun dorstige strotten.
Ze geven alleen om zichzelf, niet om het volk.
Zij zijn de reden dat wij lijden.

Rothmann
Heb toch vertrouwen in alles wat jullie doen.
Wij allen zijn in het goede verenigd.
"U zult de schare zijn, die hoop draagt!"
De waarheid heeft hij ons geschonken.

Knipperdollinck
Kijk, wat daar staat over jou
"...Rothmann verspreidde onwettig gedachtengoed..."
"...elke deelnemer wordt
verantwoordelijk gehouden"

Rothmann
Ja, ze noemen ons onwettig
maar kijk eens wie dat ondertekend heeft.
En nu zouden wij kwaadwillend zijn?
Ze zeggen dat wij gewelddadig zijn.
Maar hebben wij de wapens opgenomen?
Hebben wij niet juist vrede nagestreefd?
Hebben we niet slechts met woorden
onrecht proberen te beëindigen?
Mag je niet eens meer
op misstanden wijzen?
Hoe heet jij?

Jan van Leyden
Jan... Jan Beuckelszoon.

Rothmann
Ah... Knipperdollinck's gast uit Leyden!
Ja, het is overal hetzelfde.
Onrecht en onderdrukking
kennen geen grenzen.
Ben je helemaal hierheen gekomen
om de vrijheid te vinden?
Net als jij Katharina.
Vertel nog eens over jouw visioen.
Wat heb je gisteren aan de hemel gezien?

Katharina
De hemel huilt tranen van bloed.
Een angstaanjagende schim aan het firmament...
Een gezicht verwrongen van woede...
Een man in de hemel, met gouden kroon...
Een zwaard in de hand
Zijn blik brandde als vuur

Knipperdollinck
Luister toch naar wat ze zegt
Elke leugenaar zal sterven!
Kom en strijd, we slaan toe!
Laten we die bischop uit de weg ruimen!
Kom en strijd, we slaan toe!
Kom op! Allen! Wat een dag!
We leggen de stad in puin!

Rothmann
Luister naar de Schrift, het staat geschreven
bij Johannes, die wij liefhebben
"Gouden straten, ons gegeven
"eeuwig licht in ons leven."

Een vrouw
De bisschop laat de poorten sluiten!

Rothmann
De waarheid laat zich niet langer buitensluiten.
Muren en poorten houden geen gedachten tegen.

Knipperdollinck
Doe dit om!
We gaan door de Lievevrouwenpoort.
Je kunt ook bij mij blijven,
samen met de Hollanders.

Gresbeck
Nadat hij het aanstekelijke zaad
van zijn zieke ideeën in de wereld had gebracht
en nadat Rothmann en Knipperdollinck
een zich steeds uitbreidende groep
van rechtschapen, hard werkende burgers
om zich heen hatten verzameld
ging Jan van Leyden een tijd terug naar huis.
Ik denk dat hij de overname van Münster
tot in de kleinste details wilde plannen.
Daartoe verzamelde hij een hele bende
Hollanders en Friezen, zijn leger.
Hij had een taveerne in Leyden.
Dat was hun basis.
Hij was een ware mislukkeling.
Hij faalde als kleermaker en louche wolhandelaar.
Het maakte hem bitter.
Maar hij kon vleien.
Hij kon liggen.
En kon iedereen dingen voorspiegelen.
En zo verzamelde hij zijn discipelen om zich
misdadigers, idioten, gekken...
verenigd in haat, ontvankelijk voor zijn gif.
Hetzelfde gif dat Münster verziekte.

4. In café “De Witte Lelie” in Leiden:
‘Naar Münster!’

Jan van Leyden
“De Allegorie van Onschuld en Hypocrisie.”

Claes Janssen
Vergeef me, Vader want ik heb gezondigd.
Ik viel gisteravond in slaap 
voordat ik mijn gebeden had gezegd.

Henrick Hendricksz (Hypocrisie)
Je bent Onschuld niet meer.
Je hebt de verkeerde vrienden.
Waar is Schaamte? Waar is Deugd?
De begeerte van het vlees heb jij geproefd
Je laaft je aan de wijn van Ondeugd
Hou op met die zonden, een eind aan de ondeugd.
Of je hebt geen plaats aan de tafel van de Heer.
Geen hunkering. Geen gezucht.
Hou op met het gehijg
en stop met dat pruilen.
Genoeg gekreund.
Ach, stop met dat smachten.
Of het vlees van de Heer gaat aan jou voorbij.

Je kunt niet! Je mag niet!
Je zal niet! Je moet niet!
Of van het bloed van de heer krijg jij slechts de drab.

Jan van Leyden
Stop, we hebben een gast.

Dieuwer
Marijtje, je man is echt een koning
van het theater, een acteurskoning!

Jan van Leyden
Dieuwer! Wat een stralende zon
in onze kleine taveerne!
En wat denk je van ons kleine boetespel
voor St. Jansdag?
Denk je dat het de papen
een beetje zal doen opwinden?

Marijtje
Sinds wanneer maak jij je druk om de paus?
Pas maar op dat je niet weer gedoe krijgt.
En dan moet ik daar weer voor opdraaien.

Jan van Leyden
Dat mag toch nog gezegd worden, niet dan?
De hypocrisie! Het misbruik!
Waar vind je nog een rechtschapen man
die niet zich niet slechts voor zichzelf,
maar voor allen inzet?
En trouwens, waar in de Schrift
staat iets over pausen en bisschoppen?

Marijtje
Jan, ik geloof dat je eens met de man
van Dieuwer moet gaan praten.
Als je hem hoort spreken
geloof je echt dat het ook allemaal anders kan.
Hij heeft fantastische visioenen.

Jan van Leyden
Ah... Nog zo'n profeet!
Zoals Rothmann, die predikant in Münster?
"Luister naar de Schrift, het staat geschreven…"

Dieuwer
Mijn Jan meent het.
Hij heeft een boodschap, een ideaal waarin hij gelooft.
Hij zegt dat de Openbaring van Johannes
geen boek van wraak is, maar van hoop.
De 144 000 uitverkorenen waarover
het boek ons vertelt, kunnen wij zijn.
Ja, wij mogen bevuild zijn
want wij kregen eeuwenlang
modder over ons uitgestort.
Maar we kunnen het afwassen, dat vuil.
We kunnen onszelf reinigen door ons
in het zuivere water van wijsheid te dompelen
zoals Johannes de Heer doopte.

De verlossing kunnen we zelf bereiken.
Wijzelf. We moeten ons verenigen.
Samen de corruptie bestrijden.
Het onrecht kunnen we overwinnen.
Hernieuwd. En rein.
Jullie kunnen, zoals wij uitverkorenen zijn.
Dan zijn we samen de 144 000
en bouwen we ons paradijs.

Jan van Leyden
Wat je zegt moet Rothmann horen.
Dat is meer dan een spel.
Dat is een revolutie!
Wij kunnen echt iets veranderen!
Münster is de Hemelse Stad!
Deze bestaat al en wacht op ons.
Laat de 144 000 verkozenen zich er verzamelen!
Rothmanns belofte kan werkelijkheid worden.
Je moet eens zien met hoeveel goud
de papen er hun kerken vullen.
We kunnen dat echt
voor iets beters inzetten.

"Evenbeeld van de Hemelse Hoofdstad'',
zo zullen we Münster noemen.
Bedekt met parels
zullen de straten er glinsteren.
Kom, laten we naar Münster gaan.
Als uitverkorenen komen we samen,
daar waar men ons vrienden zal noemen.
Een grote helperschare,
zullen we in Münster vinden.
En de vrijheid bestraalt helder
de gemeenschap die we stichten.

Marijtje
Je praat over het goede dat je wilt doen
maar aan het goede dat je daarmee vernietigt
daaraan denk je niet?
Je hebt hier een leven, een familie
en je gooit dat zo maar weg?
Voor een vage droom?
Voor een kinderlijke fantasie?
Als je een betere wereld wilt,
waarom niet hier, voor ons?

Jan van Leyden
Kom, laat me je toevertrouwen,
wonderen zullen we aanschouwen.
God wil zijn rijk in Münster bouwen.
Ons paradijs, in Münsters velden.
We zullen de wereld daar veranderen,
alles ligt er voor het grijpen.
Alles komt goed, ook voor ons.
God heeft een groots plan
en ontfermt zich ook over de kinderen.
Een betere wereld ligt voor ons open.

Op naar Münster!

Gresbeck
Samen met Jan Matthijsz
trekken de Hollanders naar Münster,
zonder Marijtje en de kinderen.

Ze ontmoeten Rothmann heimelijk en vergiftigen
hem met het idee dat ze uitverkoren zijn.
Allen laten zich opnieuw dopen.
Nog altijd is het een kleine groep.
Maar de vreemdelingen vinden gehoor
in het stadhuis van de bisschopsstad.

Wie erger was?
Jan Matthijsz of Jan van Leyden?
Dat mag het Laatste Oordeel bepalen.
De valse profeet Matthijsz is wel beter geoefend
in het verdraaien van Gods woord.
Dus houdt Jan van Leyden zich eerst
op de achtergrond 
en laat de waanzinnige prediken.

Uwe Genade stuurt troepen naar de stad,
maar die worden in de war gebracht.
Ik ben zelf ook in de war.
Wie spreekt met welk gezag?
Hoe kan een eenvoudig iemand dat weten?

Als Uwe Genade er zelf bij was geweest
hadden de troepen zich nooit teruggetrokken.
U had het vals spel
zeker eerder doorzien.
Zo niet uw landsknechten.
Ze laten zich bedreigen en verlaten de stad.
De Hollanders vieren het als een overwinning.

5. De wederdopers veroveren Münster
Koor
Kom, zet de poorten wijd voor ze open.

Knipperdollinck
En als ze weg zijn, sluit je de poorten weer
want niemand zal ons meer onderdrukken.

Koor
De hel zal hen verslinden.

Jan van Leyden
Ja, kijk!

Koor
Het onrecht slaat wijd en zijd op de vlucht.

Jan van Leyden
Wat Jan zei, wordt nu waar!

Koor
We zullen ze bedwingen.

Dieuwer
Nu kunnen we de Schrift begrijpen:
aan de voet van Goliath zien we David staan!

Koor
De schare van het kwaad slaat op de vlucht.
Hoe zwak ze zijn, dat wordt nu duidelijk.

Rothmann
Brandmerken zullen ze rood doen gloeien
vurig zal de vloek ze doden
want zij zijn vijanden van de waarheid!

Koor
Dat kan niemand nog keren.

Jan van Leyden
Gezegend zijn wij!
Want een profeet is ons gezonden.
Jan Matthijsz, klare stem van eeuwige waarheid.
Jan Matthijsz, die alles voorspelde.

Koor
Gezegend zijn wij!
Gezegend zijn wij!
Want een profeet is ons gezonden.

Rothmann
In een uitverkoren stad
zijn wij de uitverkorenen.

Koor
Het leed is voorbij!
Gezegend zijn wij!
Eindelijk overwint het goede.

Rothmann
Stilte!
Uit hem klinkt Gods woord!
De duisternis van de dwaling
maakt plaats voor het licht van de waarheid.
De boodschap aan ons is duidelijk.
Van het juk van slavernij zijn we bevrijd.
Een vrij man is aan zijn broeders gelijk.
Samen bouwen we de Hemelse Stad.

Dieuwer
Wij zusters volgen onze broeders

Dieuwer en Koor
Wij bouwen hier de Hemelse Stad.

Jan van Leyden
Daar! Hoog aan de hemel straalt licht
Een held verschijnt met een gouden kroon.
Dat licht zal ons leiden.

Dieuwer
Bevrijden we de zusters
die grimmig omsloten door kloostermuren,
leven als in een graf.

Dieuwer en Koor
Welkom in de Hemelse Stad

Rothmann
Alles wat we bezitten, is niet van ons alleen
maar ook van alle anderen.
Breng wat je hebt hierheen
We zullen het verzamelen en eerlijk verdelen.
Het zal je aan niets ontbreken.
Iedereen krijgt wat hij nodig heeft.

Knipperdollinck
En nu de kloosters! Wat de priesters
ons afpakten, halen wij nu terug.

Koor
Daar zal zegen op rusten!
Wij allen zullen vrij zijn.

Jan Matthijsz
De tekenen van de wraak
zijn boven onze hoofden geschreven.
De deur van genade is gesloten.
God is vol van toorn.
We zijn verdoemd.
Vernietig het onreine.
Aldus spreekt Johannes
"Dood iedereen, oude en jonge mannen…"
"...maagden, kinderen en vrouwen,
allemaal dood."
Maar zij die het merkteken dragen,
hen zal niemand beroeren.
Begin echter in mijn heiligdom,
en spaar geen van hen.
Niemand!

Knipperdollinck, Jan van Leyden, Dieuwer, Een vrouw, Een man
Moeten burgers doden?
Wij moeten doden?
Uit naam van God?
Burgers moeten doden?
Wij moeten doden?
Uit naam van God?
Zusters doden we?
Wij moeten doden?
In godsnaam!
Jullie willen ons doden?
Ons doden?
In godsnaam!
Jullie willen ons doden?
Ons doden? Wij doden?
In godsnaam!
In godsnaam!
Ze willen ons ombrengen!
In godsnaam!

Rothmann
Ja, we moeten ons zuiveren.
Maar heb je ons niet zelf verklaard
dat we daarvoor de doop hebben?
Niet het doopsel van de hypocriete kerk
waarover niets in de Bijbel staat
die onmondige kinderen
bezoedelt met leugens.
Nee, een vrij gekozen doop
met het water der waarheid.
Wij zijn uitverkoren.
Zijn zij niet ook uitverkoren?
Laten we de leugens wegwassen.
Geef hen het teken van de uitverkorenen.
Zo zegt de profeet:
alle vijanden moeten sterven.
Wij zijn uitverkoren.
We wassen de vuiligheid van eeuwen weg.
Met Pasen leidt Hij ons naar de eindstrijd.
Zijn zwaard is onze bescherming!
Gresbeck... de doopkleden!

Jan van Leyden, Een vrouw, Dieuwer, Claes Janssen
We wassen iedereen schoon van het kwaad!
Zie toch, de wereld wordt gereinigd!
Zie toch!
Zie toch, de wereld wordt gereinigd!
We wassen iedereen schoon van het kwaad!
De wereld wordt gereinigd.
Zie toch, de wereld wordt gereinigd!
Zie toch!
We wassen iedereen schoon van het kwaad!

6. De val van de profeet Jan Matthijsz
Gresbeck
En zo raast de waanzin door de stad.
De Nederlanders en de Friezen gehoorzamen
hun profeten meer dan de Schrift...
En het worden er meer!
Het gerucht verspreidt zich snel dat Münster
het nieuwe paradijs van de Dopers is.
En dus stromen ze toe,
en willen aan de Hemelse Stad meebouwen.
Ze geloven dat het paradijs nabij is.
Ze geloven dat ze het paradijs zijn.
Maar het is de vleesgeworden hel.
Geboren uit leugens.
En de profeten dopen dag en nacht.
Acht dagen branden de boeken,
tot de vlammen ze allemaal hebben verteerd
ongeacht of het een pamflet is of schuldboek,
zangboek of stadsregister.
En veel van mijn mooie houtsnijwerk,
de ranken van het grote altaar...
dat verbranden ze ook,
met alle schilderijen en beelden van heiligen.
Ondertussen hebben de troepen
van Uwe Genade de stad omsingeld.
We zitten in de val.
En als Pasen nadert, de dag die
volgens Jan Matthijsz
de beslissende slag zou brengen
roepen de profeten en predikers het volk bijeen,
om te verkondigen
dat God zelf vandaag zijn vijanden zal verdelgen.
Er kon hem niets meer overkomen,
roept Jan Matthijsz buiten zinnen.
Hij trekt met zijn getrouwen de Grote Poort uit
de landsknechten van Uwe Genade tegemoet.
Overtuigd dat hij onkwetsbaar is.
Overtuigd dat de vuist van God
zijn vijanden zal verpletteren.
Het was waanzin.

O, wat zijn ze verbijsterd
al die Hollanders en Friezen,
na de dood van hun profeet.
Maar de hoop keert al terug.
Wat als hij op de derde dag zou opstaan?
Maar ook de derde dag verstrijkt,
en Jan Matthijsz keert niet terug.
Het verzet groeit.
Zijn het geen valse profeten,
waarop de stad vertrouwd?
Maar wee degene die twijfel laat zien.
Ze beweren nu dat God zelf
Matthijsz bestraft heeft...
omdat hij niet nederig genoeg was.
En dus spelen we het spel mee.
Hoogstens delen we onze twijfels thuis
's nachts, heimelijk in het huwelijksbed.
Maar ook deze vertrouwdheid wordt bedreigd.
Want de komedie nadert
haar voorlopige hoogtepunt.

7. De stichting van het wederdopersrijk
Knipperdollinck
Gisteren kwam de blinde Dusentschuer bij ons.
Gedurende zeven nachten
openbaarde de Heer zich aan hem.
Luister naar zijn visioenen!
Want wonderen zullen geschieden
blinden zullen weer zien
kreupelen weer lopen.

Een dronken man
...Nou, de ziener hier
is voorlopig nog steeds blind...

Knipperdollinck
We moeten de profeten eren
en tot leidraad nemen, wat ze ons zeggen.

Dusentschuer
Een leider is aan ons geopenbaard,
die in de Hemelse Stad zal heersen.
God maakt Jan Beuckelszoon tot koning,
totdat Hij zelf afdaalt naar de aarde.
U zult het zwaard van de koning dragen!
En U zult des Konings woord voeren!
En God plaatst u als koningin
de nieuwe heerser ter zijde!

Jan van Leyden
Broeders en zusters
Nu kan ik het pas begrijpen.
Ook ik zag het in een droom
Speren die Matthijsz doorboren
Zijn vrouw, die mij verkoos
een waar raadsel!
Pas door u, werd mij Gods werk duidelijk.
Pas door u, o blinde man.
Gods wijsheid en waarheid geven mij kracht
ze wijzen ons duidelijk de weg.
En ik ga met u voorop
Ik wijs u onze weg.
En ik ga met u voorop
Ja, ik ga met u voorop.
God wees mij als koning van de wereld aan.
Maar ik zeg u, lieve broeders en zusters
Liever nog was ik een eenvoudige varkenshoeder.
Maar heb ik een keus?
Wie ben ik om God tegen te spreken?
En dus geschiede Zijn wil.
Laten we drinken op onze koningin Divara!

Knipperdollinck
Om bij de varkenshoederij te blijven...
De bisschoppelijke varkenshoeder
stuurt ons een van zijn zwijnen.

Gezant
Münster, hoor dit aan in angst
Jullie hebben verdorven gehandeld
tegen God, jullie Heer.
Ketterij. Satanaanbidding.
Jullie grote schuld!
En de straf is nabij,
ja, deze nadert vol toorn.
Maar dat hoeft niet zo te zijn!
Er is een weg.
Kom tot inkeer en geef je over!
En het ultimatum is: zeven dagen.
Het ultimatum: zeven dagen.

Jan van Leyden
Veel dank! Zeg tegen Heer Bisschop
dat we zeker zouden overwegen wat hij wil
als niet de stem van een grotere macht
ons ook al het uur en de tijd had genoemd.

Gezant
Wie kan er machtiger zijn dan Zijne Genade,
mijn heer, de Bisschop?

Jan van Leyden
Nou, simpel:
ons aller Heer, God in de hemel!

Gezant
Blasfemie! Dit is onvervalste blasfemie!

Jan van Leyden
De Heer zal daarover oordelen,
en hij oordeelt snel.
Ik vertelde toevallig net over mijn droom.
Ik zag een hemel zonder wolken.
Een warme stem sprak tot mij
"Mijn tijd is gekomen."
"Ik wil bij u Pasen vieren met mijn discipelen."
Dus komende Pasen zal Hij verschijnen.
En zo niet, mag u mij zelf het hoofd afhakken.

Gezanten
Dan noteren we de dinsdag na Pasen alvast
voor uw executie.
Maar ik hoop zeer dat u allen dan nog leeft
en niet al van de honger bent omgekomen.

Jan van Leyden
Ach, Uwe Genade liet onuitputtelijke kelders voor ons achter
vol Moezel en Rheinhessenwijn.
Alleen de Spätburgunder gaat hard.
Maar ik begrijp waarom u over honger spreekt.
Het spijt ons, u te zo zien lijden
buiten de muren, in slijk en kou.
Kom aan tafel,
we delen graag wat we bezitten.

Gezanten
Uw dagen zijn geteld: zeven!

Jan van Leyden
We moeten deze duivels bestrijden,
die ratten vernietigen, uitroeien!
Zo is het geopenbaard:
de veldslag der veldslagen komt eraan.
Rome, de hoer van Babylon, moet vallen.
En wij zijn ertoe geroepen om het onoverwinbare
leger van 144 000 op de been te brengen.
En onze allerbesten gaan daarbij voorop
Onze Münsterse vrouwen!
Laten we met vreugde en verrukking vervullen
wat geschreven staat...
Laat het Woord vlees worden!
Kom, deze opdracht werd ons gegeven.
Heb lief, zoals nog nooit vertoond in de wereld.
Onze schare moet vruchtbaar zijn,
dan treden we de hemel binnen.
Ja, onze schare moet vruchtbaar zijn,
dan marcheren we de de hemel binnen!
Zoals Salomon ons tot voorbeeld stelde….
om met 700 vrouwen trouw te leven,
zo zullen wij het ook doen.
En, trotse Münsterse vrouwen
Op jullie vrucht zullen we onze zege bouwen.

Mannen
We doden ze en hakken ze in stukken!
Ja! Dood ze! Verscheur ze!
En hak ze in stukken!

Vrouwen
Wat? Dood ze? Verscheur ze?
En hak ze in stukken?

Mannen
Ja! Doden! Verscheuren! In stukken hakken!

Vrouwen
Wat? Doden? Verscheuren? In stukken hakken?

Jan van Leyden
Wees vruchtbaar en vermenigvuldigt u!

Mannen
De hoer van Babylon behoort in de hel !?
Met vuur en zwavel moet ze bestraft !?
Met pokken en lepra haar gezicht verwoest !?
Naakt en ellendig terechtgesteld !?
Haar opjagen, slaan, verpletteren, verbranden...
in vurige hitte, de heetste gloed !?
De hoer van Babylon, dat giftige gebroed !?
Wij zijn Gods strijders, ja wij zijn de toorn!

Vrouwen
Jullie, Gods strijders? Jullie zijn de toorn!

Gresbeck
Wat als geestverwarring begon wordt pure haat.
Ja, Jan, de acteurskoning, weet het heilige
met het aangename te verenigen.
Waarom zou één vrouw voor hem volstaan,
als hij er een dozijn kan krijgen?
En er is nauwelijks een man, die niet hetzelfde doet.
Want de predikers staan het meervoudig huwelijk
niet slechts toe, nee, ze verplichten deze.
Dus de jacht wordt een hetze,
waaraan zelfs elf-jarige meisjes niet ontkomen.
Wie zich verzet, wordt gedwongen.
Wie dan nog weigert, verdient de dood.
Ean paar dagen later vind men een jong meisje.
Ze drijft, verdronken, in de rivier de Aa.
Wat er met haar gebeurd is, kan ik niet zeggen.
Het is het werk van de Hollanders!
En Gods wil.

Tweede akte

8. Münster onder belegering

Gresbeck
Een strenge winter is voorbij gegaan.
En daarmee een jaar waarin
iedere vorm van hoop in Münster
de bodem werd ingeslagen.
De belegeringsring sluit zich om de stad.
In de hoogmoed van de eerste maanden,
met vieringen en triomftochten
slachtte men meer dan duizend stuks vee,
en zwelgde in boter en kaas.
Waarom zuinig zijn, als de verlossing nabij is,
het einde der tijden.
Nu zwelgt niemand meer.
Jan van Leyden had geprofeteerd
dat de Here God
bij het volgende Pasen
uit de hemel zou neerdalen.
Maar het volgende Paasfeest voorbij is,
is niemand uit de hemel neergedaald.
"Waarom hakken we zijn hoofd er niet af,
zoals hij wenste?"
Zo vinden sommigen,
die zich zijn voorspelling herinneren.
Waarop de acteurskoning boos verklaart
"God laat zich niet bevelen."
Steeds dieper gaat de koning op in gebed.
De profeet smeekt om profetieën,
een teken van het lot.
Maar er is niets dan stilte

Jan van Leyden
Eeuwige, heeft U ons verlaten?
U zwijgt
U zwijgt veel te lang.
Ach, hoort U Uw volk nog met erbarmen aan?
Ach, heeft U het lief vol geduld?
Ach! Wie draagt nu onze schuld?
Vlammen die voor altijd branden
zult U aan Uw vijanden schenken.
Maar zult u ook de goeden beschermen
tegen deze hete gloed?

Rothmann
De apostel die we naar Brabant zonden,
werd doodgeslagen zoals de 26 voor hem.
Wordt het niet dringend tijd voor een teken?

Jan van Leyden
We hebben lang genoeg op een wonder gewacht.
Nu is het tijd om te handelen.
God wil van ons een teken zien!
We moeten ten stijde trekken.
We gaan aanvallen, al is het met elke oude man,
elke vrouw en elk kind.
De apostelen zijn dood?
Het waren verraders die ons voor de gek hielden!
Wij zullen nieuwe boodschappers sturen!
Nu moet de wereld ons nu bijstaan
in de laatste, grote strijd.

9. De zeventiende vrouw

Dieuwer
Ach, laat haar los!
Waarom is die vrouw vastgebonden?
Je grijpt haar te hard vast! Je verwondt haar!
Mannen, stop dit!
Doet de aanblik van haar lijden,
haar zielenpijn, jullie dan helemaal niets?
Ach, ja, jullie hebben een hart,
maar dat moet van marmer zijn
nog veel harder geloof ik!
Heb genade, hou op!

Jan van Leyden
Wat heeft ze misdaan?

Knipperdollinck
Dit is Elisabeth Wandscherer.
Nadat ze weduwe werd, vond haar lieve vader
een nieuwe man voor haar.
Maar ze kan hem niet uitstaan.
Ze wil uw toestemming voor een scheiding.
Ze zei tegen haar nieuwe man
"Alleen in naam van de duivel kun je me nemen"
"Want in de naam van God ben ik al vergeven."
En toen haar vader haar berispte
voor haar ongehoorzaamheid, zei ze tegen hem
"Er is geloof ik geen man in deze stad,
die mij kan temmen."
Nou… jou te nemen is een gebed tot God!
Moet een vrouw haar vader en haar man niet
gehoorzamen zoals God?
Ik geloof dat we hier een voorbeeld moeten stellen.

Dieuwer
Hoeveel voorbeelden heb je nog nodig?
Hoeveel executies?
Ons Domplein wordt al
het plein van de hel genoemd!

Jan van Leyden
Mijn deelneming voor de man die je verloor.
Maar wil je in de toekomst echt alleen leven?

Elisabeth
Ik ben zeker nietig voor God.
Maar ik kan niet gehoorzamen aan een man
die zich verlustigt aan jonge meisjes...
die ze voortdurend goddeloos misbruikt
ook al gebood het huwelijk er toe.
Daarom, liever dan bij hem te zijn
ijl ik naar het graf
om bij een dode te verwijlen.

Jan van Leyden
Dit zijn harde beschuldigingen.
Zoek uit of ze de waarheid spreekt
en of haar man zondigt tegen waarin we geloven.
Elisabeth, goed dat je je tot ons wendt.
Maar onze koningin was duidelijk:
ze is de executies zat.
Ze wenst je een oprechte echtgenoot toe.
Ik zal haar beide wensen vervullen.
Ikzelf neem je tot vrouw, Elizabeth.

Knipperdollinck
Neemt u onze koning tot uw wettige echtgenoot
tot het martelaarschap jullie scheidt?
Wat is daarop uw antwoord?
We laten haar voorbereiden op de huwelijksnacht.

Jan van Leyden
Laat mij en de eerste koningin met rust.
Ze lijkt meer op haar hart te hebben
Liefste

Dieuwer
Denk je mij hier mee te tergen? Nee!
Van elke nieuwe verschijning wordt ik juist blij.
Elk van hen scheelt mij
een extra nacht als jouw prooi.

Jan van Leyden
Goed. Het zijn er nu zeventien
en elke volgende is mij een genoegen.

Dieuwer
Het zijn er zestien.
Ah, Marijtje in Leyden, moeder van je kinderen
Is zij geen deel van het grote verlossingsplan?
Je bent nog altijd een vulgaire,
bezopen kroegbaas uit Leyden!

Jan van Leyden
Denk toch aan de tijd in Leyden,
onze droom, die ons hier bracht.
Onze afkomst was bescheiden,
toch zijn wij nu in het paradijs.

Dieuwer
Heb je ooit, iets begrepen van wat Matthijsz zei?
Het staat je nu vooral in de weg!
Weer een eenheid
Een leven vol reinheid
Dat zou Jan Matthijsz nastreven.
Wat een man!

Jan van Leyden
Ja, maar een valse profeet was je man
die spoken zag in zijn wanen.
Vol hubris verzocht hij God,
één keer te vaak.
Daarvoor heeft God heeft hem bestraft en vervloekt,
maar jou gaf Hij aan mij.
En ik ben nu je man, jij mijn koningin!
Ik koning... jij koningin!

Dieuwer
Banale kostuums en gestolen juwelen
zullen nooit een koning van jou maken.
We leven niet in een hemels koninkrijk,
maar in een hoerentent onder jouw bewind.

Jan van Leyden
Mooi! En in dat bordeel ben jij de koningin.
Dat staat je goed.
Met het goud dat je aanbidt!
In chique gewaden paradeer je rond
Ik hou van je, mijn Divara:
de grootste hoer van Münster ben jij!

Dieuwer
Liefste God
Ach laat U zien.
Liefste God
Ach laat U zien.
Breng mij troost en genade.
Mijn fouten doen mij pijn.
Het goede wilden we
maar we deden slechts kwaad.
Ik ben slechts een valse koningin.
Een toneelspeler trekt me lachend de hel in.
Nergens hulp voor mijn nood.
Ik was maar beter dood.
Ik zonk in het slijk van de zonde;
ik verga vol diepe schaamte.

Gresbeck
En ik
Ik schreef Uwe genade een brief.
Heeft U die ooit ontvangen?
"Uwe Genade,
Ik moet u vertellen over uw burgers in Münster
die gegijzeld worden door booswichten:
Hollanders en Friezen.
Nooit zal de zelfbenoemde koning zich overgeven.
Hij zegt liever te sterven van de honger
dan te moeten smeken om genade.
En ja, die hongersnood is alomtegenwoordig
alhoewel niet bij de koning, alleen bij ons.
Eerst werden alle paarden geslacht.
We aten hoofd, benen, lever, longen.
We slachtten katten, honden, muizen, ratten.
We aten schelpen uit de greppels en kikkers.
Zelfs schoenen weken we, en eten het leer op.
Moeders krabben kalk van de wanden
en mengen het met water
om hun kinderen te voeren.
Ik bid u: kom, en red uw burgers.
Slechts één teken van U, en ik schiet U te hulp.
Een bezorgde burger"
Waarom antwoordde hij niet, in hemelsnaam?
Dus zitten we hier nu vast in dit groteske
en moeten onze rollen spelen,
geregisseerd door een acteurskoning
die zijn verstand heeft verloren.
Waarom, verdomme, liet hij me niet roepen?
Die verdomde bastaard!

10. Een parodiemis

Henrick Hendricksz
Komt tesamen, o vrienden!
Broeders en zusters!
Gezegend zijn jullie!
Een offer willen wij nu brengen
Voor Zijn ogen leggen we het neer.

Koor
Trotseer de grote draak!
Trotseer de kaken des doods!
Zie het trotse lam!
Trotseer de dood!
Zie het trotse lam!
Spring, vrouw in de maan, spring!
Ik sta hier en zing.
Het bloed staat ons aan de lippen!
Gods macht lacht om de duvel.
Aarde en afgrond zullen verstommen.
Zwarte vliegen brommen

Rothmann
Geliefde broeders en zusters...
Herinner je hoe koning David eens in nood was.
Hij riep: "De Here is mijn Rots,
mijn Burcht en mijn Redder."
En toen beefde de aarde
de fundamenten van de hemel schudden
en een verterend vuur ontsprong
om Davids vijanden te verteren.
Wat David is overkomen, kan ook ons overkomen.
Maar te lang hebben we hem
verloochend en verhuld.
Herinner je de valse missen!
Herinner je de leugenachtige tovenarij
van echt vlees en echt bloed bij het altaar?
Werp die leugens van je af

Knipperdollinck
Ja!
Ja!
Kom, mijn vrienden
Daar is de tafel van de Heer...
Laat me ze vullen, met mijn maaltijd!
Kijk hier! Neem plaats!
Voor het bruiloftsmaal van het Lam
zijn wij uitgenodigd.
Hier is het Lam Gods,
dat ons verlost van de zonde van de wereld.
Dat zichzelf weggeeft als een offermaaltijd.
In vlees en bloed.
Maar wat moet ik doen met de kok,
die deze maaltijd bijna verpest had?

Koor
"Laat hem kruisigen!"

Knipperdollinck
Ja! Toen ik de keuken betrad,
weigerde de kok het lam voor ons te braden.
Hij zei dat we het moesten laten gaan.
Hij sprak
"Ik wil niets te maken hebben met dit gerecht."
"Het heeft me veel leed bezorgd in mijn dromen."
Dus ik pakte de kok, die brutale Barrabas
in de ene vuist, het lam in de andere,
en vroeg
Welke van jullie twee wil je dat ik vrijlaat?
En de kok schreeuwde het uit

Koor
"Barrabas!"

Knipperdollinck
En wat zul je doen met het lam
waarvan met zegt dat het de Zoon van God is?
En de kok zei

Koor
"Laat hem kruisigen!"

Knipperdollinck
Zo zal het wezen!
Neemt en eet hiervan… Eet!
En het woord werd vlees en woonde onder ons
en we aanschouwden zijn heerlijkheid!
Dit is het ware Paaslam!

Dieuwer
Is dat een kind?

Jan van Leyden
Laat ons dansen

Dieuwer en Rothmann
We zijn van het paradijs in de hel geraakt.
We moeten hier weg.
Onmogelijk.
Zodra de bisschop aanvalt en een poort opent,
moeten we klaarstaan.
Laten we samen weggaan.

Jan van Leyden
Ze is gevallen!
Ze is gevallen!
Babylon, de grote stad!
Want zij heeft alle heidenen
met de wijn van hoererij doordrenkt.
En de rook van haar pijniging zal opstijgen
voor eeuwig en eeuwig.

Gresbeck
Ikzelf heb nooit gezien wat er op die schaal lag!
Ik was er niet bij!
Ik heb het niet gezien!

Jan van Leyden en Henrick Hendricksz
Dansen!

Gresbeck
De Kruispoort wordt 's nachts niet bewaakt.
En de gracht is daar ondiep.
Eenmaal bij de poort kom je zo naar binnen
en de stad is verloren.

11. De bisschop herovert de stad

Bisschop
Bevrijd is nu het gekwelde Münster!
En er heerst weer gerechtigheid.
Wie schuld heeft, moet nu zorgvuldig,
rechtvaardig en streng berecht worden.
Bent u de Doperskoning?

Jan van Leyden
U zegt het

Bisschop
En ik bezweer u bij de levende God,
dat u mij vertelt
of u de bisschop bent, de knecht van Rome?

Jan van Leyden
U zegt het
Dus u bent degene met hoogmoed in het hart
die de wereld besmeurt met gruwelen
zich met Sodom en Gomorra inliet
en zo Gods razende toorn over zich afriep.
Zie deze toorn nu in mij voor u staan

Bisschop
Ik zie slechts een huichelaar
die met zijn knechten hier binnendrong
zoals wolven bij een kudde schapen.
Die goede christenen
niet als broeders en zusters begroet...
maar ze afslacht als woeste heidenen,
duivelse Scythen, verdorven Hunnen.

Jan van Leyden
U vergelijkt me met beesten en heidenen?
Waar in de Schrift staat er iets over
over bisschoppen het pausen?

Bisschop
En waar in het Schrift staat er iets
over herbergiers en jongleurs
die goede christenzielen opnieuw dopen
met de smurrie van de misleiding?

Jan van Leyden
Zalig zijn de armen van geest
want van hen is het koninkrijk der hemelen.

Bisschop
Waag het niet...
Is Knipperdollinck gevangen?
En Rothmann?
Waar is hij?

Henrick Hendricksz
Ik zag hem vluchten… met koningin Divara.

Bisschop
Nou, we zullen genoeg andere koninginnen
vinden om te berechten.
En in plaats van Rothman
nemen we gewoon jou.
Maar terug naar onze "Koning".
Bereid je voor op je vonnis
je veroordeling omdat je mijn stad,
mijn burgers en mij in het verderf hebt gestort.

Jan van Leyden
Ik heb je niet in het verderf gestort!
Ik heb je groot gemaakt!
Je bent beroemd door mij!
Laat je buidel vullen
en wordt rijk door mij.
Stop me in een kooi,
stel me voor geld tentoon.
Dat zal zich lonen.
En ik verheug me er op!
Ik laat me uitbetalen in hoongelach
en jij vult je schatkist.
En samen veroveren we,
onoverwinbaar, de wereld.
En als een circus trekken we naar Rome
en dansen op de graven van de heiligen
die daar rusten...

Bisschop
We reinigen de stad van de doperse zonde.
Wie mij een naam noemt
die zal ik vergeven.

Een vrouw
Hij is er mee begonnen!

Een man
Wat? Jij was juist een van de ergsten!

Koor
Jij, jij was toch één van hen! Jij hoorde erbij!
Wat? Dat is echt niet waar!
Jij, jij was toch één van hen!
Wat? Dat is echt niet waar!
Wat? Dat is echt niet waar!

Gresbeck
Ze hebben de gevallen Koning Jan opgesloten
in een cel naast de mijne.
En nadat zijn doodvonnis is geveld
en zijn laatste uur is gekomen...
vragen ze hem of hij de kapelaan
van de Bisschop wil zien
voor een laatste biecht.
Ik had het niet gedacht
maar de acteurskoning zegt ja.
En ik wil toch wel eens verdomd graag horen
wat hij te zeggen heeft, de koning.

12. De laatste bekentenis van Jan van Leiden

Jan van Leyden
Vergeef me, Vader, want ik heb gezondigd.

Priester
Ach
Kom gewoon even bij me zitten.
Wat is het dat je hart bezwaart?

Jan van Leyden
In de duisternis van mijn doodscel
kijken ogen mij aan vanuit de muren.
In de duisternis van mijn doodscel
kijken diegenen mij aan, die ik gekweld heb.
En ik, ik durf niet terug te kijken.
Zelfs als ik mijn ogen sluit
blijven ze naar me staren.
Waar kan er nog een schuilplaats zijn?
Deze ogen scheuren me in tweeën
en met recht
Want als ik tien keer kon sterven
dan verdiende ik die tienvoudige dood.

Priester
Als ik je dat hoor zeggen
dan is de oude Jan al in je gestorven.

Jan van Leyden
Ja, ik ben dood.
Ik ben een façade.
Ik ben een acteurskoning.
En in het spelen van al mijn rollen
ben ik mijzelf verloren.

Priester
Of je wilde in al je rollen
altijd vooral jezelf vinden...
Al die ogen om je heen
zaten die altijd vol met haat?

Jan van Leyden
Nee, niet altijd
In het begin was er hoop.
We wilden een hemelse stad bouwen!

Priester
Maar hemelse steden zijn tevergeefs gebouwd
zolang je de hel in je draagt.

Jan van Leyden
In de spiegel van mijn doodscel
kijk ik mezelf aan.
In de duisternis van mijn doodscel
kijken ogen mij aan vanuit de muren.
En ik, ik durf terug te kijken.
In de duisternis van mijn doodscel
is hun pijn en mijn pijn één.
De pijn waarmee het allemaal begon.

13. Terechtstelling van de wederdopers

Koor
Hang ze op!
Klaar met de leugens!
Sla ze dood!
Wraak! Straf! Gerechtigheid!
Wij zijn het volk!
De hoer van Babylon hoort in de hel!
Geef ze vuur en zwavel!
Wij zijn Gods strijders!
Wij zijn de toorn!
De ratten zijn verslagen,
de leugenaars ontmaskerd!
Vernietigd hun schrikbewind!
Het lijden is voorbij!
De ratten zijn verslagen,
de leugenaars ontmaskerd!
De waarheid heeft gezegevierd
en zal voor eeuwig ons richtsnoer blijven.
en zal voor eeuwig ons richtsnoer blijven.

Credits

  • Publicatiedatum
    29 oktober 2026
  • Opnamedatum
    14 en 15 februari 2024
  • Locatie
    Het Nationale Theater Den Haag
  • Productie
    OPERA2DAY en de Nederlandse Bachvereniging
  • Compositie
    Johann Sebastian Bach, Panos Iliopoulos
  • Libretto
    Thomas Höft
  • Muzikaal en dramatisch scenario
    Serge van Veggel
  • Muzikale leiding
    Hernán Schvartzman
  • Regie
    Serge van Veggel
  • Idee en muzikaal advies
    Shunske Sato
  • Tenor
    Florian Sievers (Jan van Leiden)
  • Acteur
    Jobst Schnibbe (Heinrich Gresbeck)
  • Countertenor
    James Hall (Bisschop Franz von Waldeck/Jan Matthijsz)
  • Bas-bariton
    Wolf Matthias Friedrich (Bernhard Knipperdollinck)
  • Mezzosopraan
    Georgia Burashko (Dieuwer Brouwersdochter)
  • Bariton
    Mattijs van de Woerd (Bernhard Rothmann)
  • Countertenor
    Kaspar Kröner (Henrick Hendricksz (Heuchelei)/Jacob Dusentschuer)
  • Bas
    Wiebe-Pier Cnossen (Claes Janssen (Unschuld) / Gezant van de Bisschop / Kapelaan Johannes Von Siberg)
  • Sopraan
    Michaela Riener (Marijtje Ijsbrandsdochter / Elisabeth Wandscherer)
  • Sopraan
    Lauren Armishaw (Katharina)
  • Alt
    Emilie Weijers (vrouw in rebelse groep, scène 3)
  • Acteurs
    Mike Wijdenbosch (vriend van Jan van Leiden), Freek van Zonsbeek (kapitein van de bisschop), Boris van Bochoven, Janusz Pawlak, Zweitze Zwart, Romy van Neijendaal
  • Ripiënisten sopraan
    Lauren Armishaw, Aldona Bartnik, Amelia Berridge, Heleen Bongenaar
  • Ripiënisten alt
    Iris Bouman, Mercè Bruguera Abello, Oscar Verhaar, Emilie Wijers
  • Ripiënisten tenor
    Emilio Aguilar, Hugo Maille, João Moreira, Carlos Negrín López
  • Ripiënisten bas
    Bram Trouwborst, Hidde Kleikamp, Mitchell Sandler, Samuel Wong
  • Viool 1
    Cecilia Bernadini, Sayuri Yamagata, Anneke van Haaften
  • Viool 2
    Lidewij van der Voort, Annelies van der Vegt
  • Altviool
    Femke Huizinga, Isabel Franenberg
  • Cello
    Lucia Swarts
  • Contrabas
    Robert Franenberg
  • Gamba
    Anna Lachegyi
  • Traverso
    Marten Root, Doretthe Janssens
  • Hobo
    Rodrigo López Paz, Katharina Verhaar
  • Fagot
    Benny Aghassi
  • Trompet
    Christopher Price
  • Theorbe
    Mike Fentross
  • Pauken en slagwerk
    Marianna Soroka
  • Orgel/klavecimbel
    Menno van Delft
  • Stemmer
    Eduard Bos
  • Regie en beeldmontage
    Onno van Ameijde
  • Regieassistent
    Ferenc Soeteman
  • Camera
    Rieks Soepenberg, Marine Rozema, Jasper Verkaart, Jorne Tielemans
  • Muziekopname
    Arne Bock, Nina Kraszewska, Rick Hendriks
  • Audiomontage en -mix
    Arne Bock
  • Muziekregie
    Marloes Biermans, Hernán Schvartzman
  • Productie opname
    Marloes Biermans, Onno van Ameijde
  • Productie voorstelling
    COMPANY MANAGER Kelsey Floor, MONTAGEPRODUCTIE / RUNNER Chelsey Moes, 1E INSPICIËNT Idwinge Boetes, ORKESTPRODUCTIE Imke Deters, Stephan Esmeijer, SAMENSTELLING KOOR EN ORKEST Hilde van Ruymbeke
  • Artistiek team
    SCENOGRAFIE Herbert Janse, KOSTUUMS Mirjam Pater, LICHTONTWERP Uri Rapaport, met dank aan Claus den Hartog, GELUIDSONTWERP Arne Bock, CHOREOGRAFIE Femke Luyckx, KAP EN GRIME Pilo Pilkes, TECHNISCHE PRODUCTIE Ronald Tebra
  • Ondersteuning artistiek team
    ASSISTENT REGISSEUR Femke Luyckx, VOORSTELLINGSLEIDER Janneke Lindner, CASTING Doldie Noorduijn, MUSICOLOGISCH ADVIES Marloes Biermans, DRAMATURGISCH ADVIES Karim Ameur, ASSISTENT SCENOGRAFIE / REKWISITEUR Tamara Schneider,
    CORREPETITIE EN REPETITIEASSISTENT Andrea Friggi, CORREPETITIE Shintaro Kawahara, Artem Belogurov
  • Techniek voorstelling
    TECHNIEK Janusz Pawlak, Pepijn van der Sanden, LICHTTECHNIEK PROGRAMMEUR MONTAGE Pascal Schutijzer, LICHTTECHNIEK MONTAGE EN TOUR Mike Willemsen, Marysia Swietlicka (stagiair), GELUIDTECHNIEK EN DECOR Simon Kalker, GELUIDTECHNIEK Nina Kraszewska, ZENDERTECHNIEK Rick Hendriks, CHAUFFEUR EN MEEWERKEND TECHNICUS Guido Schäfer (via Pieter Smit), TECHNISCHE ONDERSTEUNING Luuk Geertsen, Ellen Oosten, Misja Renze, Andrea Chiappo, BREEKPLOEG Richard Bos, Juan Daza, Max de Boer, Davide Montagnoli
  • Kleding kap & grime
    KLEEDSTER Tess Hümmels, Donna Darius, KAP EN GRIME Marissa Coster, Laura Overheid, Nikki Steenvoorden (stagiair), Mila Korte (stagiair)
  • Vertaling, boven en -ondertiteling
    VERTALING Serge van Veggel (NL), Martin Cleaver (EN), AANVULLENDE VERTALINGEN & BOVENTITELING Meia Oei, YOUTUBE ONDERTITELING Tiara Kobald
  • Leveranciers
    P3 Podiumtechniek, Kater Audio, Pieter Smit, Pre-Motion, Simotech
  • Met dank aan
    Het Nationale Theater