J.S. Bach - The Apocalypse

J.S. Bach - The Apocalypse

2021PI performed by OPERA2DAY & the Netherlands Bach Society
Serge van Veggel, concept and director
Hernán Schvartzman, conductor
Shunske Sato, idea and musical advisor
Panos Iliopoulos, composer
Thomas Höft, text
Het Nationale Theater The Hague

Behind the music

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The opera Bach never wrote

Background of J.S. Bach - The Apocalypse

What if Johann Sebastian Bach had worked in a city with an opera house, like Telemann did, for example? Would he then have written an opera? There seems to be enough dramatic potential in his Passions and cantatas. On his appointment in Leipzig, the city council explicitly ordered him not to make his church music too operatic. So maybe he restrained himself, and his music could have been even more dramatic.

OPERA2DAY often creates ‘new’ operas. Inspired by this way of working, to showcase the dramatic power of Bach’s music and because Johann Sebastian Bach himself often transformed his own works into something new, former artistic leader Shunske Sato invited scenarist and director Serge van Veggel to create a Bach opera for the centenary of the Netherlands Bach Society.

Jan van Leiden
The opera tells the true story of Jan van Leiden. In the sixteenth century, this actor, landlord and tailor became the leader of a movement that proclaimed the Apocalypse. A utopia was founded, which became radicalised and turned into a dictatorship. We follow Jan from his initial enthusiasm, via his equally flamboyant and ruthless kingship, to his final confession in a death cell. We experience from the inside how the timeless mechanisms of populism, polarisation and radicalisation do their job.

Putting the opera together
Keeping the story of Jan van Leiden in mind, scenarist and director Serge van Veggel selected music by Bach that fitted the story, in close collaboration with the Netherlands Bach Society. Librettist Thomas Höft rewrote the texts and composer Panos Iliopoulos wrote connecting music to link up the various quotes from Bach’s compositions.

How does this work fit into All of Bach?
Of course, this opera is not a work by Johann Sebastian Bach. Yet we decided to publish the recording as part of our project anyway. In this production, we demonstrate the dramatic power of Bach’s music. Moreover, the artistic team’s creative process does resemble the way Bach himself worked on transforming his own compositions or works by other composers. In Bach’s day, it was quite normal to reuse ‘old’ work of your own or someone else’s work, and thus repurpose it. It was known as ‘parody’, and seen not as plagiarism or laziness, but rather as a mark of honour. For instance, Bach used his church cantatas later on as birthday music, set to new words, or vice versa. Like, for example, the festive music in honour of the birthday of Queen Maria Josepha: Tönet ihr Pauken, BWV 214, the opening chorus of which he used a year later with different words as the beginning of the Christmas Oratorio. With this release, we’re presenting Bach in a different light, and we may well succeed in inspiring a new generation to take an interest in Bach’s music.

The musical sources

Extra videos

Serge van Veggel

"He could have been the greatest opera innovator of the 18th century."

Vocal texts

Original

Erster Akt
1. Hinrichtung der Täufer
Chor
Hängt sie auf!
Schluss mit den Lügen!
Schlagt sie tot!
Rache! Strafe! Gerechtigkeit!
Wir sind das Volk!
Die Hure von Babel gehört in die Hölle.
Feuer und Schwefel für Sie!
Wir sind Gottes Krieger!
Wir sind die Wut!
Die Ratten sind besiegt, die Lügner sind entlarvet!
Zerstört ihr Schreckensreich!
Zu Ende ist das Leiden!
Die Wahrheit hat gesiegt,
und soll für uns ewig Richtschnur bleiben.

2. Gresbecks Angebot an den Bischof
Bischof
Gerechtigkeit sei Dir, gequältes Münster!
Die Täufer sind besiegt und unterworfen.
Gereinigt wird, was Dich so sehr besudelt hat.
Doch nun zu Dir,
was machen wir mit jemand Deinesgleichen?

Gresbeck
Mit mir?
Ich bin doch nur Gresbeck, der Schreiner,
der nichts weiter will,
als sein einfaches Leben zu leben.
Doch dann kamen sie, all die Ausländer, die Holländer,
die Friesen, all das Gesindel.
Er ist vom Teufel besessen, Jan van Leyden.
Vom Teufel gewiss!

Bischof
Das ist so leicht!
Die andern sind’s gewesen!
Wer könnte wohl das Denken
eines andern ergründen?
Wie kommen wir nun in Dein kleines Hirn hinein?

Gresbeck
Ich war es, der euch geholfen hat!
Ich habe euch den Plan gegeben.
Mein Modell hat euren Truppen den Weg gewiesen,
den sicheren Weg in die Stadt.
Und ich kann Ihro Gnaden weiter dienstbar sein,
kann Euch berichten, wie alles war.
Sowas darf nie wieder passieren.

Bischof
Ja, ohne Zweifel hast Du mitgemacht.
Mit den andern hast Du mitgelacht.
Der Wahnsinn hielt euch alle unter Kontrolle.
Wie im Modell so ganz genau beschreibe uns,
wie alles hier geschah.
Die Bosheit griff nach euren Seelen.
Und zeig uns, wie kam es,
dass dieser Schauspielerkönig euch narrte.
Was Bösen half, das kann auch Guten helfen.

Gresbeck
Ich schreibe euch alles auf, von Anfang an.
Seid versichert, dass alles,
wie wahnsinnig es auch erscheint,
nichts weiter als die Wahrheit ist.
Ihr selbst, Euer Gnaden, tatet alles,
um Münster vor den Verführern zu retten.
Doch was kann man tun,
wenn die Verschwörer das Netz
ihrer Lügen im Geheimen spinnen,
versteckt, außerhalb der Stadt.
Und Knipperdollinck stachelte sie dazu an.
Ich erinnere mich genau wie es war.

3. Zurück in der Zeit:
Jan van Leiden trifft die Münsterschen Rebellen
Knipperdollinck
Hört, was der Dreckskerl jetzt getan!
Das Recht verfällt.
Und diese Ratte grinst.
Die Unverschämtheit hört euch an!
Des Bischofs Machtmissbrauch liegt offen.
Hier steht es, und wir sind betroffen.
Sie wollen so viel Zweifel, Furcht und Schrecken
in unserer treuen Bruderschaft erwecken!
Jedoch, gemeinsam sollen wir uns ganz sicher sein,
der Sieg ist uns gewiß.
Der Bischof kann die Wahrheit nicht verbieten.
Für uns, nein, spricht er nicht.
Und Widerstand ist Pflicht.
Wir sind im Recht, sie sind es nicht.

Aufgepasst!
Vielleicht werden wir verfolgt.

Sie haben Rothmann verboten zu predigen,
in unserer eigenen Stadt!
Wir dürfen uns nicht einmal mehr
in unseren eigenen Häusern versammeln.
Und die Mehrheit im Stadtrat
wehrt sich nicht dagegen.
Sie lassen es einfach so geschehen
und beugen sich feige
unter das Wort des Herrn Bischofs.
Doch "Ihro Gnaden" haben sich ihre Würde gekauft.
Ja, Würde gibt es gegen blanke Münze
auf dem päpstlichen Basar.
Doch wo in der Schrift steht denn etwas
von Päpsten und Bischöfen?
Mit unseren Steuern zahlen wir ihre Paläste.
Unser hart erarbeitetes Geld
rinnt durch ihre durstigen Kehlen.
Sie scheren sich nur um sich, nicht um das Volk.
Sie sind der Grund, warum wir leiden.

Rothmann
Seid nur getrost in dem, was Ihr tut.
Wir alle sind im Guten vereinigt.
Ihr sollt sein die Schar, die Hoffnung trägt!
Die Wahrheit, ja die hat er uns vermacht.

Knipperdollinck
Schau, was da über dich steht:
“...Rothmann hat widerrechtliche Thesen verbreitet”
“...jeder Teilnehmer wird dafür
verantwortlich gemacht”

Rothmann
Ja, sie nennen uns widerrechtlich,
aber schaut nur, wer das unterzeichnet hat.
Wir sollen also böswillig sein?
Sie sagen, wir sind gewalttätig.
Aber haben wir Waffen erhoben?
Haben wir nicht im Gegenteil den Frieden gesucht?
Haben wir nicht mit Worten allein
die Ungerechtigkeit zu beenden getrachtet?
Darf man nicht einmal mehr
auf Missstände hinweisen?
Wie heißt du?

Jan van Leyden
Jan Beuckelszoon.

Rothmann
Knipperdollincks Gast aus Leyden!
Ja, so ist es überall.
Das Unrecht und die Unterdrückung
kennen keine Grenzen.
Du bist den weiten Weg hierher gekommen,
die Freiheit zu finden?
Ganz genau wie Du, Katharina.
Erzähl uns noch einmal von Deiner Vision.
Was hast Du gestern am Himmel gesehn?

Katharina
Der Himmel weint Tränen von Blut.
Ein schrecklicher Schatten am Firmament,
ein Gesicht verzerrt von Wut.
Ein Mann im Himmel, mit goldener Krone,
ein Schwert in der Hand.
Sein Blick hat wie Feuer gebrannt.

Knipperdollinck
Hört doch, was sie sagt:
Jeder Lügner, der wird sterben.
Kommt und kämpfet, führt den Schlag!
Lasst den Bischof uns beerben!
Auf denn, kämpfet, führt den Schlag!
Los doch! Alle! Welcher Tag!
Legen wir die Stadt in Trümmer!

Rothmann
Hört auf die Schrift,
es steht geschrieben bei Johannes, den wir lieben:
Goldene Straßen, uns gegeben,
ewiges Licht in unserm Leben.

Eine Frau
Der Bischof lässt die Tore schließen!

Rothmann
Die Wahrheit lässt sich nicht mehr aussperren.
Mauern und Tore halten Gedanken nicht auf.

Knipperdollinck
Zieh das über!
Wir gehen durch das Liebfrauentor.
Du kannst auch bei mir bleiben,
zusammen mit den Holländern.

Gresbeck
Nachdem er die ansteckende Saat
seiner kranken Ideen in die Welt gesetzt hatte,
und nachdem Rothmann und Knipperdollinck
eine Gruppe von rechtschaffenen,
hart arbeitenden Bürgern um sich versammelt hatten,
ist Jan van Leyden zunächst
nach Hause zurückgegangen.
Ich glaube, er wollte die Übernahme Münsters
aufs Kleinste planen.
Dazu hat er eine ganze Schar von Holländern
und Friesen um sich gerottet, seine Armee.
In Leyden hat er eine Schänke geführt.
Das war ihr Stützpunkt.
Er ist ja eigentlich ein echter Versager gewesen:
als Schneider gescheitert,
als schäbiger Wollhändler auch.
Das hat ihn bitter gemacht.
Aber er konnte schmeicheln, er konnte lügen,
und er konnte allen etwas vorspielen.
Und so hat er seine Jünger um sich gesammelt:
Verbrecher, Idioten, Wahnsinnige, vereint im Hass,
offen für sein Gift.
Dasselbe Gift, das auch Münster verdorben hat.

4. Im Café „De Witte Lelie“ in Leiden:
„Auf nach Münster!“
Jan van Leyden
Die Allegorie von Unschuld und Heuchelei.

Claes Janssen
Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.
Ich schlief gestern Abend ein,
bevor ich noch gebetet.

Henrick Hendricksz (Heuchelei)
Bist keine Unschuld mehr.
Du hast die falschen Freunde,
nicht Scham, noch Tugend.
Des Fleisches Lust hast Du genossen,
der Wein des Lasters Dir ein Labsal ist.
Hör auf mit den Sünden, und Schluss mit dem Laster,
sonst hast du am Tische des Herrn keinen Platz.
Kein Sehnen. Kein Seufzen.
Hör auf mit dem Lechzen
und Schluss mit dem Schmollen.
Genug von dem Stöhnen,
ach lass jetzt das Schmachten,
sonst hast du am Tische des Herrn keinen Platz!

Du kannst nicht! Du darfst nicht!
Du wirst nicht, du sollst nicht!
Sonst hast Du vom Blute des Herrn nur den Satz.

Jan van Leyden
Halt, wir haben doch einen Gast.

Dieuwer
Marijtje, Dein Mann ist wirklich ein König des Spiels,
ein Schauspielerkönig!

Jan van Leyden
Dieuwer! Welch strahlender Glanz
in unsrer kleinen Schänke!
Und, wie findet Ihr unser kleines Bußspiel
für den Johannistag?
Glaubt Ihr, dass wir die Papisten
ein bißchen erregen können?

Marijtje
Seit wann machst Du Dir was aus dem Papst?
Pass bloß auf, dass Du nicht wieder Ärger kriegst.
Am Ende muss sowieso ich wieder alles ausbaden.

Jan van Leyden
Das wird man wohl doch noch sagen können, oder?
Die Heuchelei! Der Mißbrauch!
Wo findet man heute noch
'nen rechtschaffenden Mann,
der nichts für sich, sondern für die Allgemeinheit tut?
Und überhaupt: Wo in der Schrift steht denn etwas
von Päpsten und Bischöfen?

Marijtje
Jan, ich glaube,
Du solltest Dich mal mit Dieuwers Mann unterhalten.
Wenn Du ihn reden hörst, dann glaubt man,
dass es auch anders gehen könnte.
Er hat fantastische Visionen.

Jan van Leyden
Ah, noch so ein Prophet!
Wie Rothmann, der Prediger in Münster?
“Hört auf die Schrift, es steht geschrieben.”

Dieuwer
Mein Jan meint es ernst.
Er hat eine Botschaft, ein Ideal, das er glaubt.
Er sagt, dass die Offenbarung des Johannes
kein Buch der Rache, sondern der Hoffnung ist.
Die 144.000 Auserwählten, von denen das Buch erzählt,
können wir sein.
Ja, wir mögen verschmutzt sein,
denn wir sind mit Dreck beworfen worden
seit Jahrhunderten.
Aber wir können ihn abwaschen, diesen Schmutz.
Wir können uns reinigen,
wenn wir in das reine Wasser der Erkenntnis tauchen,
so wie Johannes den Herrn taufte.

Die Rettung können selbst wir schaffen.
Wir selbst! Wir müssen einig sein,
gemeinsam strafen die Korruption!
Das Unrecht, das können wir besiegen.
Erneut und rein.
Ihr könnt, wie wir, Erwählte sein.
Dann sind wir alle die 144.000
und bauen unser Paradies.

Jan van Leyden
Was Du da sagst, das muss der Rothmann hören.
Das ist mehr als ein Spiel, das ist eine Revolution!
Wir können wirklich etwas ändern!
Münster ist die Himmlische Stadt!
Sie ist schon da und wartet auf uns.
Lass die 144.000 Auserwählten sich dort versammeln!
Alles, was Rothmann versprach,
kann Wirklichkeit werden.
Schaut Euch nur an, mit wieviel Gold
die Papisten dort ihre Kirchen füllen.
Das können wir wahrlich
zu etwas Besserem verwenden.

Himmelshauptstadt Ebenbild,
ja so soll’n wir Münster heißen.
Und von Perlen angefüllt,
werden dort die Straßen gleißen.
Auf, nach Münster lasst uns gehn.
Auserwählt uns wiedersehn,
wo man uns wird Freunde heißen.
Eine große Helferschar
werden wir in Münster finden.
Und die Freiheit leuchtet klar der Gemeinschaft,
die wir gründen.

Marijtje
Du redest vom Guten, das Du erschaffen willst,
aber das Gute, das Du damit zerstörst,
daran denkst Du nicht?
Du hast hier ein Leben, eine Familie,
und die wirfst Du einfach fort?
Für einen vagen Traum?
Für eine kindische Spinnerei?
Wenn Du schon eine bessere Welt willst,
warum dann nicht hier, für uns?

Jan van Leyden
Lass Dich Dir mich anvertrau’n:
Wunder werden wir erschau’n.
Gott will sein Reich in Münster bau’n.
Unser Paradies in Münsters Au’n.
Wir verändern dort die Welt,
alles ist für uns bestellt.
Es wird alles gut, ja auch für uns.
Gott hat einen großen Plan
und nimmt sich auch der Kinder an.
Die bessere Welt ist aufgetan.

Auf nach Münster!

Gresbeck
Gemeinsam mit Jan Matthijsz
ziehen die Holländer gen Münster,
ohne Marijtje und die Kinder.

Heimlich treffen sie sich mit Rothmann
und vergiften ihn mit der Idee der Auserwählten.
Sie alle lassen sich von neuem taufen.
Noch sind sie nur eine kleine Schar.
Doch die Fremden finden auch im Rathaus
der Bischofsstadt Gehör.

Wer schlimmer war?
Jan Matthijsz oder Jan van Leyden?
Das mag das Jüngste Gericht entscheiden.
Auf jeden Fall ist der falsche Prophet Matthijsz
schon länger und besser geübt darin,
das Wort Gottes zu entstellen und zu verdrehen.
So hält sich Jan van Leyden zunächst geschickt zurück
und lässt den Wahnsinnigen predigen.

Euer Gnaden schicken Truppen in die Stadt,
doch die sind verwirrt.
Bin ich selbst doch auch verwirrt.
Wer spricht mit welcher Autorität?
Wie soll ein einfacher Mensch das wissen?

Wären Euer Gnaden selbst dabei gewesen,
sicher hätten die Truppen sich nicht zurückgezogen.
Ihr hättet das falsche Spiel
sicher leichter durchschaut.
Aber nicht Eure Landsknechte:
Sie lassen sich drohen und verlassen die Stadt.
Und die Holländer feiern es als Sieg.

5. Die Täufer erobern Münster
Chor
Auf, öffnet Ihnen die Tore weit.
Knipperdollinck
Und sind sie fort, so schließt die Tore wieder,
denn niemand drücket uns mehr nieder.
Chor
Die Höll soll sie verschlingen.
Jan van Leyden
Ja, seht!
Chor
Das Unrecht fliehet weit und breit.
Jan van Leyden
Was Jan gesagt, das wird jetzt wahr!
Chor
Wir werden sie bezwingen.
Dieuwer
Jetzt können wir die Schrift verstehn:
Am Boden Goliath, wir dürfen David sehn!
Chor
Es flieht die ganze böse Schar.
Wie schwach sie sind, das wird jetzt klar.
Rothmann
Brandmale werden sie erröten,
mit Feuer wird der Fluch sie töten,
weil sie der Wahrheit Feinde sind.
Chor
Die kann uns niemand nehmen.
Jan van Leyden
Gesegnet sind wir, denn ein Prophet ist uns gesandt.

Jan Matthijsz, ewiger Wahrheit deutliche Stimme.
Jan Matthijsz, der alles vorausgesagt hat.
Chor
Gesegnet wir!
Gesegnet sind wir, denn ein Prophet ist uns gesandt.
Rothmann
In einer auserwählten Stadt
sind wir die Auserwählten.
Chor
Zu Ende ist das Leid!
Gesegnet wir! Endlich wird alles gut.
Rothmann
Ruhe!

Aus ihm spricht Gottes Wort!
Die Finsternis des Irrtums
weicht dem Licht der Wahrheit.
Und die Botschaft liegt klar vor uns.
Vom Joch der Sklaverei sind wir befreit
und sind als freie Männer wie Brüder gleich.
Zusammen bau’n wir die himmlische Stadt.

Dieuwer
Wir Schwestern alle folgen unsern Brüdern,
Dieuwer und Chor
wir bauen hier die Himmelsstadt.
Jan van Leyden
Da! Hoch am Himmel strahlen Lichter,
ein Held erscheint mit gold’ner Kron!
Und dieses Leuchten wird uns leiten.
Dieuwer
Und nun lasset uns auch
jene Schwestern gleich befrein,
die Klostermauern grimmig umschließen,
lebend wie im Grabe.
Dieuwer und Chor
Willkommen in der Himmelsstadt!
Rothmann
Alles, was wir haben, gehört uns nicht allein,
sondern auch allen andern.
Bringt herbei, was ihr besitzt,
wir wollen es sammeln und gerecht verteilen.
Euch soll es an nichts fehlen.
Ein jeder bekomme, was nötig ist.
Knipperdollinck
Und jetzt die Klöster!
Was die Priester uns gestohlen, holen wir uns zurück.

Chor
Darauf wird Segen sein!
Wir alle werden frei.

Jan Matthijsz
Die Zeichen der Rache
sind über unsere Häupter geschrieben.
Die Tür der Gnade ist verschlossen.
Gott ist voller Zorn.
Wir sind verdammt.
Vernichtet das Unreine.
So spricht Johannes: Erwürget alle, Alte, Jünglinge,
Jungfrauen, Kinder und Weiber, alles tot.
Aber die das Zeichen an sich haben,
derer sollt ihr keinen anrühren.
Fangt aber an in meinem Heiligtum
und sparet keinen aus.
Niemand!

Knipperdollinck, Jan van Leyden, Dieuwer,
Ein Frau, Ein Mann
Bürger soll’n töten?
Wir töten nach Gottes Willen?
Schwestern, wir töten um Gottes Willen?
Ihr wollt uns töten?
Um Gottes Willen!
Sie wollen uns umbringen!

Rothmann
Ja, wir müssen uns reinigen.
Hast Du uns nicht selbst erklärt,
dass wir dazu die Taufe haben?
Nicht die Taufe der heuchlerischen Kirche,
über die nichts in der Schrift geschrieben steht,
die unmündige Kinder mit ihren Lügen besudelt.
Nein, sondern eine frei gewählte Taufe
mit dem Wasser der Wahrheit.
Wir sind auserwählt.
Sind sie nicht auch auserwählt?
Lasst uns die Lügen fortwaschen.
Lasst sie das Zeichen der Auserwählten annehmen.

Rothmann
So sagt der Prophet: alle Feinde sollen sterben.
Wir sind auserwählt.
Wir waschen den Dreck von Jahrhunderten fort.
Und Ostern führt er uns zur Entscheidungsschlacht.
Sein Schwert ist unser Schutz.

Gresbeck, die Taufkleider!

Jan van Leyden, Ein Frau, Dieuwer, Claes Janssen
Wir waschen jeden vom Bösen!
Seht doch, die Welt wird gereinigt!

6. Der Fall des Propheten Jan Matthijsz
Gresbeck
Und so tobt der Wahnsinn durch die Stadt.
Die Holländer und Friesen
gehorchen ihren Propheten mehr als der Schrift.
Und es werden mehr!

Der Ruf verbreitet sich rasch,
dass Münster das neue Paradies der Täufer sei.
Und so strömen sie herbei,
wollen an der himmlischen Stadt mitbauen.
Sie glauben, das Paradies sei nahe.
Sie glauben, sie seien das Paradies.
Doch es ist die leibhaftige Hölle,
aus der Lüge geboren.
Und die Propheten taufen Tag und Nacht.

Acht Tage brennen die Bücher,
bis die Flammen alles verzehrt haben,
sei es Flugblatt oder Schuldbuch,
Gesangbuch oder die Regesten der Stadt.
Und viele meiner schönen Schnitzereien,
das Rankwerk am großen Altar,
das verbrennen sie auch,
mit all den Bildern und Statuen der Heiligen.

Indessen haben Ihro Gnaden Truppen
die Stadt eingekesselt.
Wir sitzen in der Falle.

Gresbeck
Und als Ostern kommt, der Tag, den Jan Matthijsz
als Tag der Entscheidungsschlacht prophezeit hat,
rufen die Propheten und Prediger das Volk zusammen
um zu verkünden,
dass Gott selbst heut seine Feinde zerstreuen würde.
Kein Leid könne ihm mehr geschehn,
tönt Jan Matthijsz wie von Sinnen,
und zieht mit ein paar Getreuen aus dem großen Tor,
direkt Ihro Gnaden Landsknechten entgegen.
Überzeugt, unverwundbar zu sein.
Überzeugt, die Faust Gottes
würde seine Gegner zerschmettern.
Es war Irre.

O, was sind sie entgeistert,
all die Holländer und Friesen,
nach dem Tod ihres Propheten.
Doch schon kehrt die Hoffnung zurück:
Was, wenn er auferstünde am dritten Tage?
Aber auch der dritte Tag verstreicht,
und Jan Matthijsz kehrt nicht zurück.

Widerstand keimt auf.
Sind es nicht doch falsche Propheten,
denen die Stadt vertraut?
Doch wehe dem, der Zweifel ahnen lässt.
Sie behaupten jetzt,
Gott selbst hätte Matthijsz bestraft,
weil der nicht demütig genug gewesen sei.
Und so spielen wir mit in diesem Spiel
und teilen die Zweifel höchstens daheim, des Nachts,
in der Verschwiegenheit des Ehebetts.
Doch auch diese Verschwiegenheit ist bedroht.
Denn die Komödie erreicht
ihren vorläufigen Höhepunkt.

7. Die Errichtung des Täuferreichs
Knipperdollinck
Gestern kam der blinde Dusentschuer zu uns.
In sieben Nächten hat sich der Herr ihm offenbart.
Hört seine Visionen an!
Denn Wunder werden geschehen:
der Blinden Augen werden sehen
und die Lahmen werden gehen.

Ein Betrunkener
Naja, der Seher hier zumindest ist immer noch blind.
Knipperdollinck
Wir sollten die Propheten ehren
und zur Richtschnur nehmen, was sie uns sagen.
Dusentschuer
Ein Führer ist uns offenbart,
der in der Himmelsstadt soll herrschen.
Gott macht Jan Beuckelszoon zum König,
bis er zur Erde niedersteigt.
Du wirst das Schwert dem König tragen!
Und Du bewahrst des Königs Wort!
Und Dich stellt Gott als Königin
dem neuen Herren treu zur Seite!

Jan van Leyden
Ihr Brüder und ihr Schwestern,
jetzt kann ich es erst verstehen.
Was im Traum ich auch gesehen – Speere,
die Matthijsz durchbohren, seine Frau,
die mich erkoren – war ein Rätsel so für mich!
Erst durch Dich wird mir klar, was Gott getan,
durch Dich, Du blinder Mann.
Gottes Weisheit, Gottes Wahrheit gibt mir Kraft
in ihrer Klarheit, zeiget unsren Weg uns an.
Und ich geh mit Dir voran!

Gott hat mich zum König der Welt bestimmt.
Aber ich sage Euch, liebe Brüder und Schwestern:
Ich möchte eher ein einfacher Schweinehirt sein.
Doch habe ich eine Wahl?
Wer bin ich, Gott zu widersprechen!
Und so geschehe sein Wille.

Trinken wir auf unsere Königin Divara!

Knipperdollinck
Um bei den Schweinehirten zu bleiben:
Der bischöfliche Schweinehirt
schickt uns eins von seinen Ferkeln.
Gesandte
Münster, hör dies in Angst!
Ihr habt böse gefrevelt gegen Gott, Euren Herren.
Ketzerei, Satanskult, Eure Schuld!
Und die Strafe ist nah,
ja sie naht voller Zorn.
Doch das muss nicht sein, denn es gibt einen Weg:
Geht in Euch und gebt auf!
Dies ist die Frist: Sieben Tage.

Jan van Leyden
Habt Dank, und sagt dem Herrn Bischof,
dass wir wohl erwägen würden, was er meint,
wenn nicht die Stimme eines viel Mächtigeren
uns ebenso Tag und Stunde genannt hätte.
Gesandte
Wer könnte mächtiger sein als Ihro Gnaden,
mein Herr, der Bischof?
Jan van Leyden
Nun, ganz einfach: Unser aller Herr, Gott im Himmel!
Gesandte
Blasphemie! Das ist schlicht und einfach Blasphemie!
Jan van Leyden
Der Herr wird darüber urteilen, und er urteilt schnell.
Gerade habe ich von meinem Traum erzählt.
Ich sah in einen Himmel ohne Wolken.
Eine warme Stimme sprach zu mir:
"Meine Zeit ist hier.
Ich will bei Dir die Ostern halten,
mit meinen Jüngern."
Also: zu Ostern im neuen Jahr wird Er erscheinen.
Tut Er es nicht,
so sollt ihr mir selbst den Kopf abschneiden.
Gesandte
Dann werden wir gleich den Dienstag nach Ostern
für Eure Hinrichtung notieren.
Und ich hoffe sehr, Ihr lebt dann noch
und seid nicht alle schon verhungert.
Jan van Leyden
Nun, Ihro Gnaden Keller
halten unerschöpfliche Reserven
von Mosel und Rheinhessen bereit.
Nur an Spätburgunder mangelt es schon ein wenig.
Aber ich kann verstehen,
warum Ihr soviel von Hunger redet.
Es dauert uns, Euch da draußen leiden zu sehen,
in Morast und Kälte.
Setzt Euch zu uns an die Tafel,
wir teilen gerne, was wir haben.
Gesandte
Eure Tage sind gezählt: Sieben!

Jan van Leyden
Wir müssen diese Teufel bekämpfen,
die Ratten vernichten, austilgen!
So ist es offenbart:
Die Schlacht der Schlachten zieht herauf.
Rom, die Hure Babylons, muss fallen.
Und wir sind berufen,
dafür die unbesiegbare Armee
der 144.000 aufzustellen.
Und unsere Besten gehen dabei voran:
Unsere Münsteraner Frauen!

Lässt uns mit Freude und Wonne erfüllen,
was geschrieben steht: Das Wort werde Fleisch!

Kommt, dies Gebot ist uns gestellt:
Liebt wie sonst nicht in der Welt.
Denn unsre Schar soll fruchtbar sein,
dann ziehen wir im Himmel ein.
Ja unsre Schar muss fruchtbar sein.
Marschieren wir im Himmel ein!
Wie Salomo einst ein Beispiel uns gegeben,
mit 700 Frauen treu zu leben, so tun wir es.
Und, Münsters stolze Frauen:
Auf ihrer Frucht wolln unsern Sieg wir bauen.

Lasst uns sie töten und in Stücke reißen!

Männer
Tötet, reißet und hauet in Stücke!
Frauen
Wie? Töten?
Und reißen und hauen in Stücke?
Jan van Leyden
Seid fruchtbar und mehret Euch!
Männer
Die Hure von Babel gehört in die Hölle,
mit Feuer und Schwefel gehört sie bestraft!
Mit Pocken und Aussatz zerstört ihr Gesicht,
stellt nackend und elend sie dann vor Gericht!
Wir jagen und schlagen, zerschmettern,
verbrennen in feuriger Glut, in heißester Glut!
Die Hure von Babel, die giftige Brut!
Wir sind Gottes Krieger, ja wir sind die Wut!
Frauen
Die Hure von Babel gehört in die Hölle?
Mit Feuer und Schwefel gehört sie bestraft?
Mit Pocken und Aussatz zerstört ihr Gesicht?
Stellt nackend und elend ihr sie vor Gericht?
Ihr jaget und schlaget, zerschmettert,
verbrennet in feuriger Glut, in heißester Glut
die Hure von Babel, die giftige Brut?
Seid Ihr Gottes Krieger? Ja seid Ihr die Wut!

Gresbeck
Was als eine Verwirrung des Geistes begann,
wird zu blankem Hass.
Oh Jan, der Schauspielerkönig,
weiß das Heilige mit dem Angenehmen zu vermählen.
Warum soll einem Mann wie ihm
nur eine Frau genügen,
wenn er ein Dutzend haben kann?
Und es gibt kaum einen Mann,
der es ihm nicht gleichtun mag.
Denn die Prediger erlauben nicht nur die Vielehe,
nein, sie verlangen sie sogar.
Und so wird die Jagd zur Hatz,
und selbst elfjährige Mädchen entkommen ihr nicht.
Wer sich wehrt, wird gezwungen.
Wer sich immer noch weigert, hat den Tod verdient.
Ein paar Tage später findet man ein junges Mädchen,
sie treibt ertrunken auf der Aa.
Was ihr geschah, kann ich nicht sagen.
Das ist der Holländer Werk und Gottes Wille.

Zweiter Akt
8. Münster unter Belagerung
Gresbeck
Ein strenger Winter ist vorübergegangen,
und damit ein Jahr, in dem alle Hoffnungen
in Münster eine nach der anderen zerstoben sind.

Der Belagerungsring schließt sich
immer enger um die Stadt.
Im Hochmut der ersten Monate,
in den Feiern und Triumphzügen,
hatte man über tausend Rinder geschlachtet,
in Butter und Käse geschwelgt.
Warum sparen, wo doch die Rettung nahe ist,
das Ende der Zeiten.
Nun schwelgt niemand mehr.

Jan van Leyden hatte prophezeit,
dass Gott der Herr am kommenden Osterfest
vom Himmel steigen würde.
Doch als das nächste Osterfest vorüber ist,
ist niemand vom Himmel gestiegen.
"Warum schlagen wir ihm nicht den Kopf ab,
wie er gewollt hat?", meinen einige,
die sich an seine Vorhersage erinnern.
Worauf der Schauspielerkönig zornig erklärt:
"Gott lässt sich nicht befehlen."

Immer dringlicher ergeht der König sich im Gebet.
Der Prophet fleht um Prophezeiungen,
einen Wink des Schicksals.

Doch da ist nichts als Schweigen.

Jan van Leyden
Ewiger, bist Du gegangen?
Schweigst viel zu lange.
Ach! Liebst Du Dein Volk mit Huld?
Liebst Du es in Geduld?
Wer trägt nun unsre Schuld?
Flammen, die auf ewig brennen,
sollst Du Deinen Feinden gönnen.
Wirst vor diesen heißen Gluten
aber schützen Du die Guten?

Rothmann
Der Apostel, den wir nach Brabant aussandten,
wurde totgeschlagen wie die anderen 26 vor ihm.
Glaubt Ihr nicht,
dass es dringend Zeit für ein Zeichen wäre?

Jan van Leyden
Wir haben lange genug auf ein Wunder gewartet.
Jetzt ist es Zeit zum Handeln.
Gott will von uns ein Zeichen sehn.
Wir müssen kämpfen.
Wir greifen an, und sei’s mit jedem Alten,
jeder Frau und jedem Kind.
Die Apostel sind tot?
Wir wurden von Verrätern genarrt.
Wir werden neue Boten senden!
Nun soll die Welt uns beisteh'n in unsrer letzten,
großen Schlacht.

9. Die siebzehnte Ehefrau
Dieuwer
Ach lasst sie los!
Warum habt Ihr die Frau gebunden?
Ihr greift sie hart, ihr schlugt ihr Wunden!
Ihr Männer, haltet ein!
Erweichet euch der Seelen Schmerz,
der Anblick ihres Jammers nicht?
Ach ja, ihr habt ein Herz,
das muss wohl Marmorsteinen gleich
und noch viel härter sein!
Erbarmt euch, haltet ein!

Jan van Leyden
Was ist ihr Verbrechen?
Knipperdollinck
Das ist Elisabeth Wandscherer.
Nachdem sie zur Witwe wurde,
fand ihr liebevoller Vater einen neuen Mann für sie.
Doch sie will ihn nicht leiden.
Sie will die königliche Erlaubnis zur Scheidung.
Ihrem neuen Mann hat sie gesagt:
"Du kannst mich nur im Namen des Teufels nehmen,
denn im Namen Gottes bin ich bereits vergeben."

Und als ihr Vater sie
wegen ihres Ungehorsams maßregelte,
sprach sie zu ihm:
"Ich glaube, es gibt keinen Mann in dieser Stadt,
der mich zähmen könnte."

Nun, Dich zu nehmen ist ein Gebet zu Gott!
Sollte nicht eine Frau ihrem Vater
und ihrem Manne wie Gott gehorchen?
Ich denke, wir müssen an ihr ein Zeichen setzen.

Dieuwer
Wieviele Zeichen braucht Ihr noch?
Wieviele Hinrichtungen?
Unser Domplatz wird schon
Platz der Hölle genannt!

Jan van Leyden
Mein Beileid für den Gatten, den Ihr verlort.
Doch wollt Ihr wirklich in Zukunft alleine leben?

Elisabeth
Ich bin vor Gott ganz sicher klein,
doch kann ich nicht gehorsam sein dem Mann,
der sich an Mädchen geil erfreut,
gottlos benutzt die ganze Zeit,
auch wenn die Ehe es geboten.
Drum eher als bei ihm noch zu verweilen,
will ich zum Grabe eilen
und legen mich zu einem Toten.

Jan van Leyden
Das sind harte Anschuldigungen.
Findet heraus, ob sie die Wahrheit spricht
und ob ihr Mann sich an allem versündigt,
an das wir glauben.

Elisabeth, Du hast Recht,
dass Du Dich an uns gewandt.
Aber wir haben unsere Königin gehört:
Sie ist die Hinrichtungen leid.
Und sie wünscht sich,
dass Du einen aufrechten Gatten bekommst.
Ich werde ihr beide Wünsche erfüllen.
Ich selbst nehme Dich zur Frau, Elisabeth.

Knipperdollinck
Willst Du unseren König
zum rechtmäßigen Gemahle nehmen,
bis dass der Märtyrertod Euch scheidet?
Was sagst Du?
Bereiten wir sie für die Hochzeitsnacht.

Jan van Leyden
Lasst mich und die Erste Königin allein.
Sie scheint noch mehr auf dem Herzen zu haben.

Geliebte…

Dieuwer
So glaubst Du, mich zu quälen? Nein!
Jeder Neuen Gegenwart wird Freude bei mir wecken.
Jede sparet mir die nächste Nacht als Deine Beute.
Gut. Siebzehn sind es jetzt,
und jede mehr ist meine Freude.

Jan van Leyden
Es sind sechzehn.

Dieuwer
Ach, Marijtje in Leyden, die Mutter Deiner Kinder,
gehört nicht zum großen Erlösungsplan?
Du bist nur ein billiger, versoffener Wirt aus Leyden!

Denk doch an den Tag in Leyden,
unsern Traum, der her uns wies.
Jan van Leyden
Unsre Herkunft war bescheiden,
jetzt doch sind wir hier im Paradies.
Dieuwer
Hast Du irgendwas verstanden von dem,
was Matthijsz uns wies?
Das ist Dir nur Hindernis!
Wieder eine Einheit, Leben ganz in Reinheit:
das hätte Jan Matthijsz getan.
Was für ein Mann!
Jan van Leyden
Ja, nur ein falscher Prophet, das war Dein Mann,
der sah Geister in seinem Wahn.
Voller Hybris hat Gott er dann einmal zu viel versucht.
Dafür hat Gott ihn bestraft und verflucht.
Dich dagegen gab Gott mir hin.
Und ich bin jetzt Dein Mann, Du meine Königin!
König ich, Du die Königin!
Dieuwer
Billige Kostüme und gestohlene Juwelen
können keinen König zaubern mehr aus Dir.
Statt im Königreich des Himmels
leben wir im Hurenhaus nun unter Dir.
Jan van Leyden
Schön! Im Bordell bist Du Königin, das steht Dir gut.
Das ganze Gold betest Du doch an!
Den ganzen Tag in schickem Gewand
stolzierst Du herum.
Ich liebe Dich, Divara mein,
größte Hure Münsters Du!

Dieuwer
Liebster Gott, ach zeige Dich, ja zeige Dich!
Lass mir Trost und Gnad erscheinen.
Meine Fehler kränken mich.
Ja, das Gute wollten wir,
haben Schlechtes nur geschaffen.
Bin nur eine falsche Königin,
und ein Spieler riss mich lachend in die Hölle hin.
Nirgends Hilfe aus der Not.
Besser ist, ich wäre tot.
Ich sank in der Sünde Schlamm,
ich vergeh in tiefer Scham!

Gresbeck
Und ich habe einen Brief an Sie geschrieben,
Ihro Gnaden. Haben Sie ihn je erhalten?
"Ihro Gnaden, ich möchte Euch erzählen
von Euren Bürgern in Münster,
die von Bösewichten in Geiselhaft gehalten werden,
den Holländern und Friesen.
Niemals wird der selbsternannte König sich ergeben.
Er wolle eher Hungers sterben, als um Gnade bitten,
lässt er verkünden.
Und ja, der Hungertod ist allgegenwärtig,
doch nicht beim König, sondern bei uns.
Zuerst wurden alle Pferde geschlachtet.
Wir aßen den Kopf, die Füße, die Leber, die Lungen.
Wir schlachteten alle Katzen, Hunde, Mäuse, Ratten.
Wir aßen die großen Muscheln aus den Gräben,
die Frösche.
Selbst die Schuhe weichen wir ein und essen das Leder.
Die Mütter kratzen den Kalk von den Wänden,
um ihn mit Wasser anzurühren;
den geben sie ihren Kindern zur Speise.
Ich flehe Euch an: kommt und rettet Eure Bürger.
Nur ein Zeichen von Euch, und ich werde Euch helfen.
Ein besorgter Bürger..."

Warum um alle Welt hat er nicht geantwortet?
So stecken wir hier fest in dieser Groteske
und müssen unsere Rollen spielen,
inszeniert von einem Schauspielerkönig,
der den Verstand verloren hat.
Warum, verdammt noch mal,
hat der Bischof mich nicht rufen lassen?
Der verschissene Bastard!

10. Eine Parodiemesse
Henrick Hendricksz
Herbei Ihr Freunde all! Ihr Brüder und Ihr Schwestern!
Gebenedeiet! Ein Opfer wollen wir nun bringen,
vor Seinen Augen legen wir es dar.

Chor
Trotzt, trotzt dem großen Drachen!
Trotzt, trotzt des Todes Rachen! Seht das stolze Lamm.
Trotzt dem Tod! Seht das stolze Lamm.
Springe! Springe! Frau im Monde, springe!
Ich steh hier und singe.
Blut steigt bis zum Damm!
Gottes Macht das Tier verlacht.
Erd und Abgrund muss verstummen.
Schwarze Fliegen brummen.

Rothmann
Liebe Brüder und Schwestern, bedenket,
wie König David einst in Bedrängnis geriet.
Er rief: "Der Herr ist mein Feld,
meine Burg und mein Erretter."
Und die Erde erbebete
und die Grundfesten des Himmels
regten sich und ein verzehrend Feuer schoss hervor,
das Davids Feinde verzehrte.
Was David einst geschah,
das kann auch uns geschehen.
Doch haben wir ihn
viel zu lange verleugnet und verborgen.
Erinnert Euch der falschen Messen!
Erinnert Euch des lügenhaften Zaubers
von wahrem Fleisch und wahrem Blute am Altar.
Und stoßt die Lügen von Euch fort!

Knipperdollinck
Ja! Ja! Kommt, meine Freunde.
Dies ist der Tisch des Herrn.
Lasst mich ihn decken, mit meiner Speise!
Schaut her! Nehmt Platz!
Zum Hochzeitsmahl des Lamms sind wir geladen.
Hier ist das Gotteslamm,
das uns von der Sünde der Welt erlöst,
das sich uns hingibt
als Opferspeise in Fleisch und Blut.
Doch was soll ich nun machen mit dem Koch,
der diese Speise beinahe verdorben hätte?

Chor
"Lass ihn kreuzigen!"

Knipperdollinck
Ja! Als ich die Küche betrat,
weigerte sich der Koch, das Lamm für uns zu braten.
Er meinte, wir sollten es laufenlassen.
Er sprach: "Ich habe nichts zu schaffen
mit diesen Gerichten. Ich habe heute
viel erlitten im Traum von ihretwegen."
Da packte ich den Koch, den frechen Barrabam,
mit der einen Faust
und das Lamm mit der anderen und fragte:
Welchen willst Du unter euch zweien,
den ich euch soll losgeben? Und der Koch schrie:
Chor
"Barrabam!"
Knipperdollinck
Was soll ich denn machen mit dem Lamm,
von dem gesagt wird, es sei der Sohn Gottes?
Und der Koch sagte:
Chor
"Lass ihn kreuzigen!"
Knipperdollinck
So soll es sein! Nehmet hin und esset!
Esset! Und das Wort ward Fleisch,
und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit!
Das ist das wahre Osterlamm!
Dieuwer
Ist das ein Kind?
Jan van Leyden
Lasst uns tanzen.

Dieuwer, Rothmann
Wir sind aus dem Paradies direkt in die Hölle geraten.
Wir müssen verschwinden.
- Unmöglich.
Sowie der Bischof angreift
und das erste Tor sich öffnet,
müssen wir bereit sein.
Lass uns zusammen fort.
Jan van Leyden
Sie ist gefallen! Sie ist gefallen!
Babylon, die große Stadt!
Denn sie hat mit dem Wein der Hurerei
getränkt alle Heiden.
Und der Rauch ihrer Qual soll aufsteigen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gresbeck
Ich meinethalben habe nie gesehen,
was auf der Platte lag!
Ich bin nicht dabeigewesen!
Ich habe es nicht gesehn!
Jan van Leyden, Henrick Hendricksz
Tanzen!
Gresbeck
Das Kreuztor wird nicht bewacht zur Nacht
und der Wassergraben ist dort ganz flach.
Einmal am Tor, kann man über eine Treppe
rasch hinein und die Stadt ist verloren.

11. Der Bischof erobert die Stadt zurück
Bischof
Befreit nun ist jetzt das gequälte Münster!
Und wieder herrscht Gerechtigkeit.
Nun soll, wer Schuld, genau,
gerecht und streng gerichtet sein.
Bist du der Täufer König?
Jan van Leyden
Du sagest's.
Und ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott,
dass du mir sagest, ob du seist der Bischof,
der Knecht Roms?
Bischof
Du sagest’s.
Du also bist der, der hoffärtig ist
in seines Herzens Sinn,
der die Welt mit Greueln befleckt,
sich mit Sodom und Gomorrah eingelassen
und so Gottes rasenden Zorn auf sich gezogen hat.
Sieh diesen Zorn nun in mir vor Dir stehen.
Jan van Leyden
Ich sehe nur einen Heuchler,
der mit seinen Knechten wie Wölfe
in eine Schafherde eingebrochen ist.
Der gute Christen nicht
wie Brüder und Schwestern grüßt,
sondern sie als wilde Heiden,
teuflische Skythen, verderbte Hunnen erschlägt.
Bischof
Du vergleichst mich mit Tieren und Heiden?
Jan van Leyden
Wo in der Schrift steht etwas
von Bischöfen oder Päpsten?
Bischof
Und wo in der Schrift steht etwas
von Schankwirten und Gauklern,
die gute Christenseelen wieder taufen
mit der Jauche der Verblendung?
Jan van Leyden
Selig sind die geistig Armen,
denn ihrer ist das Himmelreich.
Bischof
Ach, wage es nicht.

Ist Knipperdollinck gefangen?
Und Rothmann? Wo ist er?
Henrick
Ich sah ihn davonlaufen mit Königin Divara.
Bischof
Nun, wir werden genug andere Königinnen finden,
sie der Gerechtigkeit zuzuführen.
Und für Rothmann nehmen wir einfach Dich!
Doch nun zurück zu unserem "König".
Bereite Dich auf Dein Urteil vor, dafür,
dass Du meine Stadt, meine Bürger
und mich so verdorben hast.
Jan van Leyden
Ich hab Dich nicht verdorben.
Ich habe Dich geschaffen!
Berühmt bist Du durch mich!
Lass Dir den Beutel füllen
und werde reich durch mich.
Steck mich in einen Käfig,
für Bargeld stelle mich zur Schau.
Das wird sich lohnen und freuen wird es mich.
So kann ich mich mit Spott von dir bezahlen lassen
und Du füllst Deine Kassen.
Und gemeinsam erobern wir unbesiegbar die Erde.
Und als Zirkus ziehn wir nach Rom
und tanzen auf die Gräber der Heiligen,
die da schlafen.

Bischof
Wir reinigen die Stadt von Täufersünden.
Wer mir nur einen nennet, dem werde ich verzeihen.
Ein Frau
Er hat damit angefangen!
Ein Mann
Was? Du warst doch einer von den Schlimmsten!
Chor
Du warst doch einer von ihnen! Du warst dabei!
Was? Das ist gar nicht wahr!

Gresbeck
Den gefallenen König Jan haben sie
in einer Zelle neben meiner eingesperrt.
Und nachdem sein Urteil gefällt
und seine letzte Stunde gekommen ist,
fragen sie ihn, ob er den Kaplan des Bischofs
sehen möge für eine letzte Beichte.
Ich hätte es nicht gedacht,
aber der Schauspielerkönig sagt ja.
Und ich möchte verdammt noch mal wissen,
was er zu sagen hat, der König.

12. Das letzte Geständnis des Jan van Leyden
Jan van Leyden
Vergib mir Vater, denn ich habe gesündigt.
Priester
Komm, setz dich ein wenig her zu mir.
Was ist es, das Dein Herz beschwert?
Jan van Leyden
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun aus der Wand mich Augen an.
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun die mich an, die ich gequält.
Und ich, ich wag nicht, zurückzuschaun.
Selbst wenn ich meine Augen schließe,
dann starren sie mich weiter an.
Wo kann da Zuflucht sein?
Diese Augen reißen mich entzwei und das zu recht.
Und wenn ich zehnmal sterben könnte,
ich hätte zehnfachen Tod verdient.
Priester
Wenn ich Dich das sagen höre,
dann ist der alte Jan schon längst in Dir gestorben.
Jan van Leyden
Ja, ich bin tot. Ich bin eine Fassade.
Ich bin ein Schauspielerkönig
und in all meinen Rollen hab ich mich selbst verloren.
Priester
Oder Du wolltest in allen Rollen
immer nur Dich selber finden.
All die Augen um Dich her,
waren sie immer voller Hass?
Jan van Leyden
Nein, nicht immer. Am Anfang war Hoffnung.
Wir wollten die Himmelsstadt bauen!
Priest
Doch himmlische Städte baut man vergeblich,
solang man die Hölle in sich selber trägt.
Jan van Leyden
Im Spiegel meiner Todeszelle
da schaue ich mich selber an.
Im Dunkel meiner Todeszelle
schaun die mich an, die ich gequält.
Und ich, ich wage, zurückzuschaun.
Im Dunkel meiner Todeszelle
da ist ihr Schmerz und mein Schmerz eins.
Der Schmerz, mit dem es begann.

13. Hinrichtung der Täufer
Chor
Hängt sie auf! Schluss mit den Lügen! Schlagt sie tot!
Rache! Strafe! Gerechtigkeit! Wir sind das Volk!
Die Hure von Babel gehört in die Hölle!
Feuer und Schwefel für Sie!
Wir sind Gottes Krieger!
Wir sind die Wut!

Die Ratten sind besiegt, die Lügner sind entlarvet!
Zerstört ihr Schreckensreich! Zu Ende ist das Leiden!
Die Wahrheit hat gesiegt,
und soll für uns ewig Richtschnur bleiben.

Translation

Act One
1. Execution of the Anabaptists
Chorus
Hang them!
Done with the lies!
Beat them to death!
Revenge! Punishment! Justice!
We are the people!
The whore of Babylon belongs in Hell!
Give them fire and brimstone!
We are God’s warriors!
We are the wrath!
The rats are defeated, the liars are exposed!
Destroyed their reign of terror!
The suffering is over!
Truth has triumphed
and shall forever be our guide.

2. Gresbeck’s Offer to the Bishop
Bishop
Justice be to you, tormented Münster!
The Anabaptists have been conquered and subdued.
You have been purged of what has tainted you so.
But now to you:
what shall we do with someone like you?

Gresbeck
With me?
I’m just Gresbeck, the carpenter,
who just wants
to live his simple life.
But then they came, all those foreigners, the Dutch,
the Frisians, all those scum.
He is possessed by the devil, Jan van Leyden.
The devil, surely!

Bishop
It’s so easy!
The others did it!
But who could possibly fathom
the thinking of another?
How, for example, do we enter your little brain?

Gresbeck
It was I who helped you!
I gave you the plan.
My scale model showed your troops the way,
a safe way into the city.
And I can be of further service to Your Grace,
tell you how it all went.
Something like this must never happen again.

Bishop
Yes, of course you cooperated.
And you laughed with them too.
The madness had a hold on all of you.
Describe as precisely as in the model,
how it all happened here.
Evil took possession of your souls.
And show us how it was possible
that this actor king was able to fool you.
What helped the wicked can also help the good.

Gresbeck
I’ll write everything down for you, from the beginning.
Rest assured, that everything,
no matter how insane it may seem,
is nothing but the truth.
You yourself, Your Grace, did everything possible
to save Munster from these traitors.
But what can you do
when the conspirators spin the net
of their lies in secret,
hidden, outside the city.
And Knipperdollinck instigated them to do it.
I remember exactly how it was.

3. Back in Time:
Jan van Leiden Meets the Münster Rebels
Knipperdollinck
Hear what that bastard has done now!
No more justice!
And that rat is grinning.
Listen to that insolence!
The bishop’s corruption is laid bare.
Here it is, and we are affected.
They want to sow doubt, fear and terror
in our loyal brotherhood!
But together we will be strong.
Victory will be ours for sure.
The bishop cannot forbid the truth.
He does not speak for us.
Resistance is a duty.
We are in the right, they are not.

Look out!
Maybe we’re being followed.

They banned Rothmann from preaching.
In our own city!
We’re not even allowed to congregate
in our own houses.
And the city council
doesn’t even resist.
They just let it happen.
They bow as cowards
when the Lord Bishop tells them to.
But “His Grace” bought his dignity.
Yes, it’s for sale for a few pieces of silver,
in the papal bazaar.
But where in Scripture does it say anything
about popes and bishops?
We pay for their palaces with our taxes.
Our hard-earned money
flows down their thirsty throats.
They care only about themselves, not about the people.
They are the reason we suffer.

Rothmann
Be confident in what you are doing.
We are all united in the good.
“You will be the multitude who bears hope!”
He gave us truth.

Knipperdollinck
See, what it says about you…
“...Rothmann spread illegal ideas...”
“... every participant is
held responsible...”

Rothmann
Yes, they call us illegal,
but look who signed it....
And now we are supposed to be evil?
They say we are violent.
But did we take up arms?
Have we not sought peace?
Have we not sought
to end injustice with mere words?
Are you not allowed
to point out wrongs?
What is your name?

Jan van Leyden
Jan... Jan Beuckelszoon.

Rothmann
Ah... Knipperdollinck’s guest from Leyden!
Yes, it’s the same everywhere.
Injustice and oppression
know no borders.
Did you come all this way
to find freedom?
Just like you, Katharina.
Tell me again about your vision.
What did you see in the heavens yesterday?

Katharina
The heavens weep tears of blood.
A terrifying spectre in the firmament.
A face twisted with anger.
A man in the sky, with a golden crown.
A sword in his hand.
His gaze burned like fire.

Knipperdollinck
Yet listen to what she says:
Every liar shall die!
Come and fight, we will strike!
Let’s be rid of that bishop!
Come and fight, we will strike!
Come on! All of you! What a day!
We’ll lay the city to waste!

Rothmann
Listen to the Scripture,
it is written by John, whom we love:
“Golden streets, given to us…”
“...eternal light in our lives.”

A Woman
The bishop has closed the gates!

Rothmann
The truth will no longer be shut out.
Walls and gates cannot hold back ideas.

Knipperdollinck
Put this on!
We are going through Our Lady’s Gate.
You can stay with me,
together with the Dutchmen.

Gresbeck
After he had planted the contagious seed
of his sick ideas into the world,
and after Rothmann and Knipperdollinck had gathered
an ever-expanding group of righteous,
hard-working citizens around them,
Jan van Leyden went
back home for a while.
I think he wanted to plan the takeover
of Münster down to the last detail.
To this end, he gathered a whole gang
of Dutchmen and Frisians, his army.
He had a tavern in Leyden.
That was their base.
He was a real failure.
He failed as a tailor
and a shady wool merchant.
It made him bitter.
But he could flatter. He could lie.
And he could delude everyone.
And so he gathered his disciples around him:
criminals, idiots, lunatics, united in hatred,
susceptible to his poison.
The same poison that corrupted Münster.

4. In café “De witte Lelie” in Leiden:
'On to Münster!'
Jan van Leyden
"The Allegory of Innocence and Hypocrisy."

Claes Janssen
Forgive me, Father, for I have sinned.
I fell asleep last night before I said my prayers.

Henrick Hendricksz (Hypocrisy)
You are no longer the Innocent One.
You have the wrong friends.
Not Shame, nor Virtue,
You have tasted the lusts of the flesh
You have refreshed yourself on the wine of Vice
Stop sinning,
put an end to vice
or you will have no place at the Lord's table.
No longing. No sighing.
Stop your lechery
and no more sulking.
Enough moaning. Ah, quit your pining
or else you'll have no treasure in the flesh of the Lord!

You cannot! You must not!
You will not, you shall not!
Or of the Lord's blood you get only the dregs.

Jan van Leyden
Stop, we have a guest.

Dieuwer
Marijtje, your husband is truly
a king of the theatre, an actor king!

Jan van Leyden
Dieuwer! What a radiance you bring
to our little tavern!
And what do you think of our little
penance-play for St John's Day?
Do you think it will excite the papists
a little bit?

Marijtje
Since when do you care about the Pope?
Just be careful you don't get into trouble again.
Then I'll have to take the rap for everything again.

Jan van Leyden
Surely one can still say that?
The hypocrisy! The abuse!
Where can you find
a righteous man
who is not concerned only for himself, but for all?
And by the way, where in Scripture
does it say anything about popes and bishops?

Marijtje
Jan, I think
you should really talk to Dieuwer's husband.
When you hear him speak
you really believe things can be different.
He has fantastic visions.

Jan van Leyden
Ah, another prophet!
Like Rothmann, the preacher in Münster?
"Listen to the Scripture, it is written."

Dieuwer
My Jan is sincere.
He has a message. An ideal he believes in.
He says that the Revelation of John
is not a book of revenge, but of hope.
The 144,000 chosen ones
the book tells us about, can be us.
Yes, we may be defiled
for we have had dirt poured on us
for centuries.
But we can wash it off, that dirt.
We can cleanse ourselves
by dipping ourselves in the pure water of wisdom
as John baptised the Lord.

Salvation we can achieve ourselves.
Ourselves. We must unite.
Together we must fight the corruption.
We can overcome injustice.
Renewed. And pure.
You can, like us, be chosen ones.
Then together we are the 144,000
and build our paradise.

Jan van Leyden
Rothmann must hear what you say.
This is more than a game. It's a revolution!
We can really change things!
Münster is the Celestial City!
It already exists and is waiting for us.
Let the 144,000 chosen ones gather there!
All that Rothmann promised
can become reality.
You should see with how much gold
the papists fill their churches there.
We can really put that
to better use.

"The likeness of the Celestial Capital,"
so shall we call Münster.
Covered with pearls,
its streets shall shine.
Come, let us go to Münster.
As chosen ones we shall see each other again,
where we shall be greeted as friends.
A great multitude of helpers
we shall find in Münster.
And freedom enlightens the community
we are founding.

Marijtje
You talk about the good that you want to do
but do you not think about
the good you will destroy with it?
You have a life here, a family
and you simply throw that away?
For a vague dream?
For a childish fantasy?
If you want a better world,
why not here, for us?

Jan van Leyden
Come, let me confide in you:
miracles we will see.
God wants to build his kingdom in Münster.
Our paradise in Münster's fields.
We will change the world there;
it is ours for the taking.
Everything will be all right, also for us.
God has a great plan
and will also have mercy on the children.
A better world is open to us.

Off to Münster!

Gresbeck
Together with Jan Matthijsz,
the Dutchmen go to Münster,
without Marijtje and the children.

They meet Rothmann in secret and poison him
with the idea that they are chosen.
All of them are baptised again.
Still, it is only a small group.
But the strangers find an audience
in the town hall of the episcopal city.

Who was worse?
Jan Matthijsz or Jan van Leyden?
The Last Judgement may determine that.
The false prophet Matthijsz is better practised
at distorting and perverting God's word.
So Jan van Leyden keeps himself
in the background at first
and lets the madman preach.

Your Grace sends troops to the city,
but they are confused.
I myself am confused.
Who speaks with what authority?
How can a simple person know?

If Your Grace had been there in person
the troops would never have retreated.
You would certainly have seen through
the foul play earlier.
Not so your servants. They allow themselves
to be threatened and leave the city.
And the Dutch celebrate it as a victory.

5. The Anabaptists capture Münster
Chorus
Come, open wide the gates for them.
Knipperdollinck
And when they are gone, close the gates again
for no one will repress us anymore.
Chorus
Hell shall devour them.
Jan van Leyden
Yes, look!
Chorus
Injustice flees far and wide.
Jan van Leyden
What Jan said will now come true!
Chorus
We shall conquer them.
Dieuwer
Now we can understand the scripture:
at the feet of Goliath, David triumphs!
Chorus
The whole evil host flees.
How weak they are now becomes clear.
Rothmann
Burning marks shall blush upon them
the curse will kill them with fire
because they are enemies of the truth.
Chorus
No one can take this away from us.
Jan van Leyden
Blessed are we! For a prophet is sent to us.

Jan Matthijsz, clear voice of eternal truth.
Jan Matthijsz, who predicted everything.
Chorus
Blessed are we!
Blessed are we! For a prophet is sent to us.
Rothmann
In a chosen city
we are the chosen ones.
Chorus
The suffering is over!
Blessed are we! The good will triumph at last.
Rothmann
Silence!

The word of God speaks through him!
The darkness of error
gives way to the light of truth.
The message to us is clear.
We are freed from the yoke of slavery
A free man is equal to his brothers.
Together we build the Heavenly City.

Dieuwer
We sisters follow our brothers
Dieuwer and Chorus
We build the Heavenly City here.
Jan van Leyden
There! High in the sky shines a light
A hero appears with golden crown
That light will guide us.
Dieuwer
We now liberate the sisters
grimly surrounded
by monastery walls
living as in a tomb.
Dieuwer and Chorus
Welcome to the Heavenly City
Rothmann
All that we possess is not ours alone
but also belongs to everyone else.
Bring all that you have
We will gather it up and distribute it fairly.
You will lack nothing.
Everyone will get what he needs.
Knipperdollinck
And now the monasteries!
What the priests took from us, we will now take back.

Chorus
That will be a blessing!
We will all be free.

Jan Matthijsz
The signs of vengeance
are written over our heads.
The door of grace is closed.
God is full of wrath.
We are damned.
Destroy the unclean.
Thus speaks John: Kill everyone, old and young men
virgins, children and women, all dead.
But those who have the mark upon them
no one shall touch them.
But begin in my sanctuary
and spare no one.
No one!

Knipperdollinck, Jan van Leyden, Dieuwer,
A Woman, A Man
Should citizens kill?
Should we kill in the name of God?
Sisters we kill for God's sake?
You want to kill us?
For God's sake!
They want to murder us!

Rothmann
Yes, we must purify ourselves.
But did you not declare to us yourself
that we have the baptism for that?
Not the baptism of the hypocritical church
about which nothing is written in the Bible
which defiles ungodly children with lies.
No, a freely chosen baptism
with the water of truth.
We are the chosen ones.
Are they not also chosen?
Let us wash away the lies.
Give them the sign of the chosen ones.

Rothmann
Thus says the prophet: all enemies must die.
We are the chosen ones.
We wash away the filth of ages.
At Easter He leads us to the final battle.
His sword is our protection!

Gresbeck, the baptismal robes!

Jan van Leyden, A Woman, Dieuwer, Claes Janssen
We will wash the evil away from everyone!
Behold, the world is cleansed!

6. The fall of the prophet Jan Matthijsz
Gresbeck
And so the madness rages through the city.
The Dutch and the Frisians obey
their prophets more than the Scriptures...
And more are coming!

The rumour spreads rapidly
that Münster is the new paradise of the Anabaptists.
And so they flock,
wanting to help build the Heavenly City.
They believe paradise is near.
They believe they are paradise.
But it is hell incarnate,
born of lies.
And the prophets baptise day and night.

The books burn for eight days,
until the flames have consumed everything
be it pamphlet or debt book,
hymn book or the town records.
And many of my beautiful carvings,
the scrollwork on the great altar,
they burned that, too,
with all the pictures and statues of the saints.

Meanwhile, Your Grace's troops
have surrounded the city.
We are trapped.

Gresbeck
And when Easter comes, the day prophesied by
Jan Matthijsz as the day of the decisive battle,
the prophets and preachers call the people together
to proclaim
that today, God himself would scatter his enemies.
No more harm could befall him,
Jan Matthijsz shouted, out of his mind,
and leaves the great gate with a few faithful
and proceeds towards His Grace's servants.
Convinced that he is invulnerable.
Convinced that the fist of God
shall crush his enemies.
It was madness.

Oh, how aghast they are,
all those Dutchmen and Frisians,
after the death of their prophet.
But hope returns swiftly:
What if he would rise on the third day?
But the third day also passes,
and Jan Matthijsz does not return.

Resistance grows.
Are they not false prophets,
to which the city entrusts itself?
But woe betide anyone who shows doubt.
They now claim
that God himself punished Matthijsz
because he wasn't humble enough.
And so we play the game
at most, we share our doubts at home, at night,
secretly in the marriage bed.
But even this familiarity is threatened.
Because the comedy is approaching
its provisional climax.

7. The establishment of the Anabaptist kingdom
Knipperdollinck
Yesterday the blind Dusentschuer came to us.
In seven nights the Lord revealed himself to him.
Listen to his visions!
Because miracles will happen:
the blind will see
and the lame will walk.

A Drunkard
Well, in any case this seer is still blind.
Knipperdollinck
We should honour the prophets
and take as our guide what they tell us.
Dusentschuer
A leader is revealed to us
who shall rule in the Celestial City.
God makes Jan Beuckelszoon king,
until He Himself descends to earth.
You will carry the sword of the king!
And you will keep the king's word!
And God will make you queen
at the new king's side!

Jan van Leyden
Brothers and sisters,
now I understand.
I also saw it in a dream — spears
piercing Matthijsz, his wife
choosing me — truly a mystery!
Only through you did I realise what God has done,
only through you, blind man.
God's wisdom, God's truth give me strength
and show us the way.
And I will advance with you!

God has appointed me king of the world.
But I tell you, dear brothers and sisters:
I would rather be a simple swineherd.
But do I have a choice?
Who am I to contradict God!
And so let His will be done.

Let's drink to our Queen Divara!

Knipperdollinck
On the subject of swineherds:
The episcopalian swineherd
sends us one of his piglets.
Envoy
Münster, hear this in fear!
You have wickedly transgressed against God, the Lord.
Heresy, Satanic cult, your wrongdoing!
And the punishment is near,
yes, it approaches full of wrath.
But it need not be so, there is a way:
Repent and surrender!
The ultimatum: seven days.

Jan van Leyden
Give thanks, and tell the Lord Bishop
that we would certainly consider what he says,
had not the voice of one far more powerful
also told us the day and the hour.
Envoy
Who could be more powerful than His Grace,
my Lord the Bishop?
Jan van Leyden
Well, quite simply: our Lord God in heaven!
Envoy
Blasphemy! That is blasphemy, pure and simple!
Jan van Leyden
The Lord will judge, and he judges quickly.
Just now I was telling about my dream.
I was looking at a sky without clouds.
A warm voice spoke to me:
"My time is at hand.
I will keep Easter
with my disciples."
So, at Easter in the new year He will appear.
If not,
you may cut off my head yourselves.
Envoy
Then we will make a note of the Tuesday after Easter
for your execution.
And I sincerely hope that you will still be alive
and not all dead of starvation.
Jan van Leyden
Well, Your Grace's cellars
hold inexhaustible reserves
from the Moselle and Rheinhessen.
Only the Spätburgunder is a little lacking.
But I understand
why you talk about hunger.
It grieves us to see you suffering out there,
in the mire and the cold.
Join us at the table,
we like to share what we have.
Envoy
Your days are numbered: seven!

Jan van Leyden
We must fight these devils,
destroy the rats, exterminate them!
Thus it is revealed:
the battle of battles is coming.
Rome, the whore of Babylon, must fall.
And we are called,
to mobilize the invincible
army of 144,000.
And our best shall lead the way:
The women of Münster!

Let us be filled with joy and gladness
as it is written: Let the Word become flesh!

Come, we have been given this task:
Make love, as never before in the world.
Our multitude must be fruitful,
then we will enter heaven.
Yes, our multitude must be fruitful.
We will march into heaven!
We will follow Solomon's example,
to live faithfully with 700 women, so shall we.
And, proud Münster women:
Upon your fruits we will build our victory.

Let's kill them and tear them to pieces!

Men
Kill them! Tear them apart! And hack them in pieces!
Women
What? Kill them?
Tear them apart? And hack them in pieces?
Jan van Leyden
Be fruitful and multiply!
Men
The whore of Babylon belongs in hell!
Punish her with fire and brimstone!
Ravage her face with pox and leprosy,
then, naked and miserable, put her on trial!
We hunt and strike, we smite,
we burn in fiery embers, in scorching embers!
The whore of Babylon, the poisonous brood!
We are God's warriors, yes we are the wrath!
Women
The whore of Babylon belongs in hell?
Punish her with fire and brimstone?
Ravage her face with pox and leprosy?
Then, naked and miserable, put her on trial?
You hunt and strike, you smite,
you burn in fiery embers, in scorching embers
the whore of Babylon, the poisonous brood?
You are God's warriors? You are the wrath!

Gresbeck
What began as mental confusion
becomes pure hatred.
Oh, Jan, the actor king,
knows how to marry the sacred with the pleasant.
Why should one woman
be enough for him,
when he can have a dozen?
And there is hardly a man
who does not do the same.
For the preachers not only permit polygamy,
no, they even demand it.
So the hunt becomes a chase,
and even eleven-year-old girls cannot escape it.
Whoever resists is forced.
Those who still refuse deserve to die.
A few days later, a young girl is found
floating in the river Aa.
What happened to her I cannot say.
That is the Dutchmen's work and God's will.

Act Two
8. Münster under siege
Gresbeck
A harsh winter has passed,
and with it a year in which all hopes
in Münster have vanished one by one.

The siege closes
ever tighter around the city.
In the arrogance of the first months,
in the celebrations and triumphal processions,
over a thousand cattle were slaughtered,
and everyone feasted on butter and cheese.
Why be frugal, when salvation is near,
the end of times.
Now no one feasts anymore.

Jan van Leyden had prophesied
that the Lord God
would come down from heaven at the next Easter.
But when next Easter is passed,
no one has descended from heaven.
"Why don't we cut off his head
like he wanted?", some say,
who remembered his prophecy.
Whereupon the actor king angrily declares:
"God cannot be commanded."

More and more urgently, the king goes into prayer.
The prophet begs for prophecies,
a sign from the fates.

But there is nothing but silence.

Jan van Leyden
Eternal One, hast Thou gone?
Silent far too long.
Ah! Hearest Thou Thy people compassionately?
Ah! Lovest Thou them patiently?
Alas! Who now bears our guilt?
Flames that burn for ever
Thou shalt grant to Thine enemies.
Wilt Thou protect the good
from these hot embers?

Rothmann
The apostle we sent to Brabant
was murdered like the other 26 before him.
Do you not think
it is time for a sign?

Jan van Leyden
We have waited long enough for a miracle.
Now it is time for action.
God wants to see a sign from us.
We must take up arms.
We must attack, even if it's with every old man,
every woman and every child.
The apostles are dead?
We have been fooled by traitors!
We will send new messengers!
Now the world shall stand with us in our last,
great battle.

9. The seventeenth wife
Dieuwer
Oh, let her go!
Why is that woman tied up?
You squeeze her hard! You're hurting her!
You men, stop this!
Does not the pain of her suffering,
the sight of her misery, soften you?
Ah, yes, you have a heart,
but it must be like marble
and much harder!
Have mercy, stop!

Jan van Leyden
What is her crime?
Knipperdollinck
This is Elisabeth Wandscherer.
After she became a widow,
her loving father found her a new husband.
But she does not want to suffer him.
She wants regal permission to divorce him.
To her new husband she said:
"You can only take me in the name of the devil
For in the name of God I am already spoken for."

And when her father rebuked her
for her disobedience,
she said to him
"I think there is no man in this city,
who can tame me."

Well, to take you would be a prayer to God!
Should not a woman obey her father and
her husband, as she obeys God?
I think we need to make an example of her.

Dieuwer
How many more examples do you need?
How many executions?
Our cathedral square is already called
the square of hell!

Jan van Leyden
My condolences for the husband you lost.
But do you really want to live alone in the future?

Elisabeth
I am certainly small before God.
But I cannot be obedient to the man
who lusts after young girls
who uses them in an ungodly manner
even when marriage bids it be so.
Therefore, rather than stay with him
l’ll hasten to my grave
and lie with a dead man.

Jan van Leyden
These are harsh accusations.
Find out if she speaks the truth
and whether her husband sins
against all we believe in.

Elisabeth, you are right
to turn to us.
But we have heard our Queen:
she is weary of executions.
And she wishes you
a sincere husband.
I will grant both her wishes.
I shall take you as my wife, Elizabeth.

Knipperdollinck
Do you take our king
to be your lawful wedded husband
until martyrdom do you part?
What say you?
Let us prepare her for the wedding night

Jan van Leyden
Leave me and the first queen alone.
She seems to have something more on her mind

Beloved…

Dieuwer
Is this how you think to torture me? No!
Each new addition will awaken joy in me.
Each of them saves me another night as your prey.
Good. There are seventeen now,
and each one extra is my joy.

Jan van Leyden
There are sixteen.

Dieuwer
Ah, Marijtje in Leyden, mother of your children
Is she not part of the great plan of redemption?
You're just a cheap, boozy innkeeper from Leyden!

Remember the day in Leyden.
Our dream that pointed us here.
Jan van Leyden
Our origins were humble:
yet now here we are in paradise.
Dieuwer
Have you understood anything
of what Matthijsz showed us?
It's only an obstacle to you now!
Unity restored, living in purity
That's what Jan Matthijsz would have done.
Now that's a man!
Jan van Leyden
Yes, just a false prophet, that was your husband
who saw spirits in his delusion.
Then, full of hubris, he tried God once too often.
For that, God punished and cursed him.
You, on the other hand, God gave to me.
And I am now your husband, you my queen!
Me king... you queen!
Dieuwer
Cheap costumes and stolen jewellery
can never conjure a king out of you.
Instead of the kingdom of heaven,
we live in a whorehouse under you.
Jan van Leyden
Fine! And in that brothel you are queen. It suits you.
All that gold you worship!
All day long you strut around
in fancy garb
I love you, Divara mine:
you greatest whore of Münster, you!

Dieuwer
Dearest God, oh show Yourself.
Let comfort and grace appear to me.
My faults offend me.
Yes, we wanted good
but we only created evil.
I am but a false queen.
An actor has dragged me laughing to hell.
Nowhere is there help for my trouble.
Better I were dead.
I sank in the mud of sin;
I perish in deep shame.

Gresbeck
And I wrote a letter to you, Your Grace.
Did you ever receive it?
"Your Grace, I want to tell you
about your citizens in Münster
who are held hostage by villains:
the Dutch and the Frisians.
Never will the self-styled king surrender.
He would rather die of hunger
than beg for mercy, he proclaims.
And yes, starvation is all around us
but it is not the kind, but we that starve.
First all the horses were slaughtered.
We ate head, legs, liver, lungs.
We slaughtered cats, dogs, mice, rats.
We ate shells from the ditches and frogs.
We even soak shoes,
to eat the leather.
Mothers scrape chalk from the walls,
mixing it with water
to feed their children.
I pray you: come and save your people.
Just one sign of you and I will help you.
A concerned citizen..."

Why on earth did he not answer?
Thus we are here in this grotesque
and have to play our roles,
directed by the actor king
who has lost his mind.
Why the hell
didn’t the Bishop call me?
That damned bastard!

10. A parody mass
Henrick Hendricksz
Gather around, oh friends! Brothers and sisters!
Blessed are you! A sacrifice we will make
Before His eyes we lay it down.

Chorus
Defy the great dragon!
Defy the jaws of death! Behold the proud lamb!
Defy death! Behold the proud lamb!
Jump, woman in the moon, jump!
I stand here and sing.
Blood is drowning us!
God's power laughs at the devil.
Earth and the abyss shall be hushed.
Black flies buzz

Rothmann
Dear brothers and sisters
Remember how King David was once in distress.
He cried, "The Lord is my rock,
my fortress and my Saviour."
And then the earth trembled
the foundations of the heavens shook
and a consuming fire sprang up
to devour David's enemies.
What happened to David
can also happen to us.
But we have denied
and concealed him for far too long.
Remember the false Masses!
Remember the mendacious sorcery
of real flesh and real blood at the altar.
Cast away these lies

Knipperdollinck
Yes! Yes! Come, my friends
This is the Lord's table
Let me bedeck it, with my meal!
Look here! Take your seats!
We have been invited to the wedding feast
of the Lamb. Here is the Lamb of God,
who redeems us from the sin of the world.
Who gives himself as a sacrificial meal.
In flesh and blood.
But what about the cook,
who nearly ruined this meal?

Chorus
"Let him be crucified!"

Knipperdollinck
Yes! When I entered the kitchen,
the cook refused to roast the lamb for us.
He told us to let it go.
He said "I want nothing to do
with this dish. It has caused me much suffering
in my dreams."
So I grabbed the cook, that insolent Barrabas
in one fist,
the lamb in the other, and asked
Which of you two do you want me to release?
And the cook cried out
Chorus
"Barrabas!"
Knipperdollinck
And what would you do with the lamb
which is said to be the Son of God?
And the cook said
Chorus
"Let him be crucified!"
Knipperdollinck
So be it! Take this and eat… Eat!
And the word became flesh, and dwelt among us
and we beheld its glory!
This is the true Easter Lamb!
Dieuwer
Is that a child?
Jan van Leyden
Let us dance

Dieuwer and Rothmann
We have gone from paradise to hell.
We have to get out of here.
- Impossible.
As soon as the bishop attacks
and opens a gate,
we have to be ready.
Let's leave together.
Jan van Leyden
She has fallen! She has fallen!
Babylon, the great city!
For she has drenched all the heathens
with the wine of harlotry.
And the smoke of her torment shall rise
for ever and ever.
Gresbeck
I didn't see
what was on that plate!
I wasn't there!
I didn't see it!
Jan van Leyden and Henrick Hendricksz
Dance!
Gresbeck
The Cross Gate is not guarded at night.
And the moat there is quite shallow.
Once at the gate,
you can get in quickly and the city is lost.

11. The Bishop retakes the city
Bishop
Now tormented Münster is liberated!
And justice reigns once more.
Whoever is to blame must now be judged
justly and severely.
Are you the Baptist King?
Jan van Leyden
You say so
And I adjure you by the living God,
that you tell me
if you are the bishop, the servant of Rome?
Bishop
You say so
So you are the one
who is arrogant in his heart
who defileth the world with abominations
and has consorted with Sodom and Gomorrah
and so incurred God's fierce wrath.
See this wrath now standing before you in me
Jan van Leyden
I see only a hypocrite
who with his servants like wolves
attacked a flock of sheep.
Who greets good Christians
not as brothers and sisters
but as savage heathens, devilish Scythians
and depraved Huns.
Bishop
You compare me to animals and pagans?
Jan van Leyden
Where in Scripture does it say anything
of bishops or popes?
Bishop
And where in Scripture does it say anything
of innkeepers and jugglers
who re-baptise good Christian souls
with the slurry of delusion?
Jan van Leyden
Blessed are the poor in spirit
for theirs is the kingdom of heaven.
Bishop
Oh, don't you dare

Has Knipperdollinck been caught?
And Rothmann? Where is he?
Henrick
I saw him flee with Queen Divara
Bishop
Well, we'll find plenty of other queens,
to bring them to justice.
And as for Rothman we'll just take you!
But now back to our "King".
Prepare to be judged
for corrupting my city,
my citizens and me.
Jan van Leyden
I have not corrupted you.
I created you!
You are famous because of me!
Fill your pouch
and become rich through me.
Put me in a cage, for cash,
put me on display.
It will pay off. And it will please me!
So I can get paid in mockery
and You fill Your coffers.
And together we conquer the earth, invincible.
And as a circus we go to Rome
and dance on the tombs
of the saints who sleep there

Bishop
We cleanse the city of Anabaptist sin.
Whoever gives me a name I will forgive.
A Woman
He started it!
A Man
What? You were one of the worst!
Chorus
You, you were one of them! You were part of it!
What? That's not true!

Gresbeck
They locked up the fallen King Jan
in a cell next to mine.
And after his sentence is passed
and his last hour has come
they ask him to see the Bishop's chaplain
for a final confession.
I wouldn't have thought it
but the actor king says yes.
I want to know
what the king has to say, damn it!

12. The last confession of Jan van Leiden
Jan van Leyden
Forgive me, Father, for I have sinned.
Priest
Come, sit with me for just a moment.
What is it that weighs upon your heart?
Jan van Leyden
In the darkness of my death cell
eyes look at me from the walls.
In the darkness of my death cell
those I have tormented look at me.
And I, I dare not look back.
Even if I close my eyes
they keep staring at me.
Where can there be any refuge?
These eyes are tearing me in two and rightly so
For if I could die ten times
then I deserve that tenfold death.
Priest
When I hear you say that
then the former Jan is already long dead in you.
Jan van Leyden
Yes, I am dead. I am a façade.
I am an actor king.
And in playing all my roles I have lost myself.
Priest
Or in all your roles
you only wanted to find yourself
All those eyes around you
were they always full of hate?
Jan van Leyden
No, not always. In the beginning there was hope.
We wanted to build a heavenly city!
Priest
But heavenly cities are built in vain
if you carry Hell inside of you.
Jan van Leyden
In the mirror of my death cell
I look at myself.
In the darkness of my death cell
eyes look at me from the walls.
And I, I dare to look back.
In the darkness of my death cell
their pain and my pain are one.
The pain that started it all.

13. Execution of the Anabaptists
Chorus
Hang them! Stop the lies! Beat them to death!
Revenge! Punishment! Justice! We are the people!
The whore of Babylon belongs in Hell!
Give them fire and brimstone!
We are God's warriors!
We are the wrath!

The rats are defeated, the liars are exposed!
Destroyed their reign of terror! The suffering is over!
Truth has triumphed
and shall forever be our guide.

Credits

  • Release date
    29 October 2026
  • Recording date
    14 and 15 Februari 2024
  • Location
    Het Nationale Theater Den Haag
  • Production
    OPERA2DAY and the Netherlands Bach Society
  • Composition
    Johann Sebastian Bach, Panos Iliopoulos
  • Libretto
    Thomas Höft
  • Musical and dramatic scenario
    Serge van Veggel
  • Musical director
    Hernán Schvartzman
  • Stage director
    Serge van Veggel
  • Concept and musical advisor
    Shunske Sato
  • Tenor
    Florian Sievers (Jan van Leyden)
  • Acteur
    Jobst Schnibbe (Heinrich Gresbeck)
  • Countertenor
    James Hall (Bishop Franz von Waldeck/Jan Matthijsz)
  • Bass-bariton
    Wolf Matthias Friedrich (Bernhard Knipperdollinck)
  • Mezzo-soprano
    Georgia Burashko (Dieuwer Brouwersdochter)
  • Bariton
    Mattijs van de Woerd (Bernhard Rothmann)
  • Countertenor
    Kaspar Kröner (Henrick Hendricksz (Heuchelei)/Jacob Dusentschuer)
  • Bass
    Wiebe-Pier Cnossen (Claes Janssen (Unschuld) / Bishop's Envoy / Chaplain Johannes Von Siberg)
  • Soprano
    Michaela Riener (Marijtje Ijsbrandsdochter / Elisabeth Wandscherer)
  • Soprano
    Lauren Armishaw (Katharina)
  • Alto
    Emilie Weijers (woman in a rebellious group, scene 3)
  • Actors
    Mike Wijdenbosch (friend of Jan van Leyden), Freek van Zonsbeek (headman of the bishop), Boris van Bochoven, Janusz Pawlak, Zweitze Zwart, Romy van Neijendaal
  • Ripieno soprano
    Lauren Armishaw, Aldona Bartnik, Amelia Berridge, Heleen Bongenaar
  • Ripieno alto
    Iris Bouman, Mercè Bruguera Abello, Oscar Verhaar, Emilie Wijers
  • Ripieno tenor
    Emilio Aguilar, Hugo Maille, João Moreira, Carlos Negrín López
  • Ripieno bass
    Bram Trouwborst, Hidde Kleikamp, Mitchell Sandler, Samuel Wong
  • Violin 1
    Cecilia Bernadini, Sayuri Yamagata, Anneke van Haaften
  • Violin 2
    Lidewij van der Voort, Annelies van der Vegt
  • Viola
    Femke Huizinga, Isabel Franenberg
  • Cello
    Lucia Swarts
  • Double bass
    Robert Franenberg
  • Gamba
    Anna Lachegyi
  • Traverso
    Marten Root, Doretthe Janssens
  • Oboe
    Rodrigo López Paz, Katharina Verhaar
  • Bassoon
    Benny Aghassi
  • Trumpet
    Christopher Price
  • Theorbo
    Mike Fentross
  • Timpani and percussion
    Marianna Soroka
  • Organ/harpsichord
    Menno van Delft
  • Tuner
    Eduard Bos
  • Director and editor
    Onno van Ameijde
  • Assistant film director
    Ferenc Soeteman
  • Camera
    Rieks Soepenberg, Marine Rozema, Jasper Verkaart, Jorne Tielemans
  • Music recording
    Arne Bock, Nina Kraszewska, Rick Hendriks
  • Music edit and mix
    Arne Bock
  • Recording producer
    Marloes Biermans, Hernán Schvartzman
  • Film production
    Marloes Biermans, Onno van Ameijde
  • Production staff
    COMPANY MANAGER Kelsey Floor, MONTAGE COORDINATOR / RUNNER Chelsey Moes, DEPUTY STAGE MANAGER Idwinge Boetes, ORCHESTRA MANAGEMENT Imke Deters, Stephan Esmeijer, ORCHESTRA & CHORUS PERSONNEL MANAGER Hilde van Ruymbeke
  • Artistic team
    MUSICAL DIRECTOR Hernán Schvartzman, STAGE DIRECTOR Serge van Veggel, CONCEPT AND MUSICAL ADVISOR Shunske Sato, SCENOGRAPHY Herbert Janse, COSTUME DESIGN Mirjam Pater, LIGHTING DESIGN Uri Rapaport, with thanks to Claus den Hartog, SOUND DESIGN Arne Bock, CHOREOGRAPHY Femke Luyckx, HAIR AND MAKE-UP Pilo Pilkes, TECHNICAL PRODUCER Ronald Tebra
  • Artistic staff
    ASSISTANT DIRECTOR Femke Luyckx, SHOW CALLER Janneke Lindner, CASTING Doldie Noorduijn, MUSICOLOGICAL ADVICE Marloes Biermans, DRAMATURGICAL ADVICE Karim Ameur, ASSISTANT SET DESIGNER / PROP MASTER Tamara Schneider, ACCOMPANIST AND REHEARSAL ASSISTANT Andrea Friggi, REHEARSAL PIANISTS Shintaro Kawahara, Artem Belogurov
  • Technical staff
    TECHNICIANS Janusz Pawlak, Pepijn van der Sanden, LIGHTING PROGRAMMER Pascal Schutijzer, LIGHTING (PRODUCTION & TOUR) Mike Willemsen, Marysia Swietlicka (intern), SOUND & STAGE Simon Kalker, SOUND Nina Kraszewska, RF / WIRELESS TECHNICIAN Rick Hendriks, DRIVER & TECHNICIAN Guido Schäfer (via Pieter Smit), TECHNICAL SUPPORT Luuk Geertsen, Ellen Oosten, Misja Renze, Andrea Chiappo, BREAKING TEAM Richard Bos, Juan Daza, Max de Boer, Davide Montagnoli
  • Costume, hair & make-up
    DRESSERS Tess Hümmels, Donna Darius, HAIR & MAKE-UP Marissa Coster, Laura Overheid, Nikki Steenvoorden (intern), Mila Korte (intern)
  • Translation, sur- and subtitles
    TRANSLATION Serge van Veggel (NL), Martin Cleaver (EN), TRANSLATION & SURTITLES Meia Oei, YOUTUBE SUBTITLES Tiara Kobald
  • Suppliers
    P3 Podiumtechniek, Kater Audio, Pieter Smit, Pre-Motion, Simotech
  • Thanks to
    Het Nationale Theater